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Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis): Das sollten Sie wissen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (03. August 2016)

© iStock

Als seborrhoisches Ekzem oder seborrhoische Dermatitis bezeichnet man eine entzündliche Hauterkrankung, die häufig bei Babys in den ersten Lebensmonaten und bei erwachsenen Männern vorkommt. Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind braunrote Flecken und fettig wirkende, gelbliche Krusten auf der Haut. 

Die gute Nachricht: Ein seborrhoisches Ekzem ist in der Regel harmlos und nicht ansteckend! Bei Säuglingen bilden sich die gelblichen Schuppen innerhalb weniger Wochen von selbst zurück. Bei Erwachsenen hingegen verläuft die Erkrankung oft chronisch und in Schüben – eine vollständige Heilung ist unwahrscheinlich. Mit speziellen Shampoos und hautneutralen Cremes lässt sich der Hautausschlag aber meist gut kontrollieren.

Das seborrhoische Ekzem befällt insbesondere die Hautbereiche, in denen viele Talgdrüsen vorkommen – wie etwa

  • die Kopfhaut,
  • die Region um die Nase,
  • das Kinn
  • und die Augenbrauen.

Das liegt daran, dass eine übermäßige Talgdrüsenabsonderung zur Entwicklung des typischen starken Fettfilms auf der Haut führt, was wiederum die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems begünstigen kann. Betroffene sollten bei der Gesichtspflege daher darauf achten, keine fettenden Cremes zu verwenden.

Das Bild zeigt ein seborrhoisches Ekzem auf der Kopfhaut

Bei einem seborrhoischen Ekzem auf der Kopfhaut können spezielle Shampoos helfen, die pilzabtötende Wirkstoffe enthalten: Dazu zählen zum Beispiel Ketoconazol, Bifonazol oder Ciclopirox.

Warum eine seborrhoische Dermatitis genau entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Experten vermuten, dass eine Infektion mit Hefepilzen der Gattung Malassezia eine wichtige Rolle spielt. Daher wird das seborrhoische Ekzem bei Erwachsenen mit Antipilzmitteln (Antimykotika) in Shampoo- oder Cremeform behandelt – zum Beispiel mit den Wirkstoffen Zinkpyrithion, Pirocton-Olamin und Climbazol. Bei schweren Verläufen des seborrhoischen Ekzems kann ein vorübergehender Einsatz von kortisonähnlichen Präparaten sinnvoll sein.

Darüber hinaus sind weitere Faktoren bekannt, die das seborrhoische Ekzem beeinflussen können:

In manchen Fällen sind die Symptome des seborrhoischen Ekzems nicht ganz eindeutig, da andere Ekzemformen ein ähnliches Hautbild hervorrufen können – zum Beispiel 

Um festzustellen, welche Hauterkrankung genau vorliegt, kann der Arzt den Patienten auf Allergien testen und eine mikroskopische Untersuchung der Hautschuppen durchführen.

Bei Babys: das seborrhoische Säuglingsekzem

Die meisten Säuglinge sind in ihren ersten Lebensmonaten von einem mehr oder weniger starken seborrhoischen Ekzem am Kopf betroffen – auch Kopfgneis genannt. Die Ursache für die fettigen Schuppen auf der Haut des Babys sind vermutlich Hormonschwankungen nach der Geburt, die zu einer Überproduktion der Talgdrüsen führen.

Je nachdem, wo der Hautausschlag beim Baby genau auftritt, kann er unter Umständen mit einem atopischen Ekzem (Milchschorf) verwechselt werden. Doch Milchschorf und Kopfgneis sind nicht das Gleiche: Ein seborrhoisches Ekzem zeigt sich etwa um die dritte Lebenswoche des Babys und verschwindet von ganz alleine – echter Milchschorf dagegen ist die erste Ausprägung einer Neurodermitis und taucht oft erst um den dritten Lebensmonat auf.

Der Ausschlag bei einer seborrhoischen Säuglingsdermatitis betrifft manchmal auch den Windelbereich – dann kann die Erkrankung schnell mit einer Windeldermatitis verwechselt werden. Bei einer Windeldermatitis handelt es sich allerdings um eine Entzündung der Haut, die durch Hautreizungen (aufgrund von Stuhl und Urin) und durch das feuchtwarme Klima in der Windel entstanden ist.

Generell gilt: Wenn Sie zu fettiger Haut und starkem Schwitzen neigen, sollten Sie Ihre Haut regelmäßig reinigen und pflegen. Meist reichen hautneutrale Cremes beziehungsweise Shampoos oder nur Wasser. Auch Aufenthalte in der Sonne und an der frischen Luft, insbesondere am Meer und im Gebirge, wirken sich günstig auf ein seborrhoisches Ekzem aus. Wichtig ist dabei jedoch die Gefahren der UV-Strahlung zu bedenken und immer für einen angemessenen Sonnenschutz zu sorgen.



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