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Schwindel (Vertigo)

Schwindel (Vertigo): Ursachen

Stand: 17. Dezember 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Schwindel (Vertigo) kann vielfältige Ursachen haben. Je nach Auslöser, Dauer, Rückbildung, Art und weiteren Merkmalen lassen sich verschiedene Formen von Schwindel unterscheiden. Allen Formen – auch denen, die von den Sinnesorganen ausgehen – liegt dabei der gleiche Entstehungsmechanismus zugrunde: Bewegungen reizen die drei entscheidenden Sensoren im Körper, die dem Bewusstsein Bewegung und Stellung im Raum zurückmelden. Hierzu zählen:

  • die Augen (visuelles System)
  • sogenannte Tiefenrezeptoren in den Muskeln (somatosensorisches System)
  • das Gleichgewichtsorgan im Innenohr (vestibuläres System)

Im Gehirn finden Vergleich und Auswertung der Informationen der drei Sinnessysteme statt. Bestehen dabei unbekannte oder nicht miteinander in Einklang zu bringende Muster, kommt es zu Schwindel. Die Ursachen lassen sich wie folgt abgrenzen:

  • Normaler Schwindel: Der normale Schwindel zählt zum sogenannten Reizschwindel. Er stellt in gewisser Weise einen Schutzmechanismus des Körpers dar, der dem Gehirn die Körpersituation und gleichzeitig eine mögliche Gefahr meldet. Normaler Schwindel kommt zum Beispiel in Höhe oder bei schnell wechselnden Bewegungen oder Beschleunigung, etwa in einem Karussell oder bei Seekrankheit, vor.
  • Schwindel als Begleitsymptom anderer Erkrankungen: Auch dieser Schwindel ist ein Reizschwindel. Er kann infolge von Blutdruckveränderungen, ungenügender Sauerstoffversorgung oder Vergiftungen auftreten. Ursachen hierfür können ungenügende Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme, verschiedene Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder Lungenerkrankungen sein. Auch beispielsweise Passivrauchen kann Schwindel auslösen.
  • Schwindel als Hauptsymptom anderer Erkrankungen: Erkrankungen der für den Gleichgewichtssinn zuständigen Systeme können Schwindel verursachen. Dann liegt ein sogenannter Läsionsschwindel vor, der das Hauptsymptom der Erkrankung darstellt. Ursache für den Läsionsschwindel ist ein Fehler der messenden Sinne (Ohren, Augen) oder des auswertenden Organs (Gehirn). Hierfür ist das Gleichgewichtsorgan im Ohr oder eine zentrale Störung verantwortlich. Zu Ersterem zählen zum Beispiel der sogenannte paroxysmale Lagerungsschwindel, die Entzündung des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis) und der Morbus Menière. Auch Antibiotika, die zur Gruppe der sogenannten Aminoglykoside zählen, können als Nebenwirkung Schwindel auslösen. Zentraler Schwindel ereignet sich zum Beispiel bei einer bestimmten Form von Migräneattacken (sog. vestibuläre Migräne), bei Tumoren und bei Schwindel-Syndromen.

Weiterlesen: Schwindel (Vertigo): Symptome

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