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Schwindel (Vertigo)

Schwindel (Vertigo): Therapie

Stand: 18. Mai 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei Schwindel (Vertigo) kann die Therapie – je nachdem, welche Form von Schwindel vorliegt – verschiedene Maßnahmen umfassen: Medikamente, Physiotherapie, Psychotherapie und auch Operationen. Wie die Behandlung im Einzelfall aussieht, hängt davon ab, worin das Schwindelgefühl seine Ursachen hat.

Tritt bei Ihnen ein Schwindel etwa als Reisekrankheit oder beim Autofahren auf, ist eine Therapie nicht unbedingt nötig. Es kann schon helfen, wenn Sie sich vorsichtig in kurzen Abständen wiederholt den entsprechenden Reizen aussetzen. Diese Gewöhnung wirkt allerdings nur vorübergehend und bei bestimmten Bewegungsabfolgen. Daher schützt eine erworbene Unempfindlichkeit gegenüber dem Autofahren zum Beispiel nicht vor Seekrankheit. Daneben sind zur Behandlung einer Reisekrankheit bestimmte Medikamente geeignet: sogenannte Antivertiginosa. Diese helfen gegen den Schwindel und gegen die oft gleichzeitige Übelkeit. Zum Einsatz kommen Antihistaminika (z.B. Dimenhydrinat, Cinnarizin), Anticholinergika (z.B. Scopolamin) und Antidopaminergika (z.B. Droperidol). Bei vielen Formen von Schwindel sind sie jedoch zur Behandlung ungeeignet – vor allem zur Dauerbehandlung.

Physiotherapeutische Maßnahmen zeigen bei der Schwindel-Therapie häufig gute Erfolge. Dabei kommen Übungen zum Einsatz, die Haltungsunsicherheiten auslösen und so Korrekturbewegungen erfordern: Die Krankengymnastik zielt darauf ab, Ihre Gleichgewichtsreaktionen zu verbessern, indem sie bei Ihnen ständig Stand- und Gangunsicherheiten hervorruft. Bestimmte Schwindelerkrankungen wie der gutartige (benigne) paroxysmale Lagerungsschwindel und der anhaltende Drehschwindel bei entzündetem Gleichgewichtsnerv (Neuritis vestibularis) heilen durch krankengymnastische Übungen erheblich schneller.

Wenn die Schwindelattacken besonders häufig oder über Jahre auftreten und gleichzeitig Ihre Hörfähigkeit eingeschränkt ist, kann für Sie eine operative Behandlung in Betracht kommen (der Operateur kann z.B. das betroffene Gleichgewichtsorgan entfernen). Da jedoch viele Erkrankungen, die mit Schwindel einhergehen, eine gute Prognose haben und ohne Therapie heilen (was sich durch entsprechende Physiotherapie fördern lässt), sind solche operativen Maßnahmen eine Ausnahme.

Weiterlesen: Schwindel (Vertigo): Verlauf

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