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Schwindel (Vertigo)
Schwindel (Vertigo)Anhaltender DrehschwindelStand: 17. Dezember 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz Wenn ein Schwindel (Vertigo) über Stunden oder Tage anhält und mit Fallneigung, Augenzittern (Nystagmus), Übelkeit und Erbrechen einhergeht, lautet die Diagnose anhaltender Drehschwindel. Diese Form von Schwindel ist meist durch eine Funktionsstörung des Gleichgewichtsorgans bedingt. In der Regel ist hierfür ein entzündeter Gleichgewichtsnerv (Neuritis vestibularis) verantwortlich. Dabei fällt das Gleichgewichtsorgan einseitig aus. Die Beschwerden klingen meist nach etwa ein bis zwei Wochen wieder ab. Als mögliche Ursache gilt eine Virusinfektion des Gleichgewichtsnervs. In selteneren Fällen lässt sich ein anhaltender Drehschwindel bei der Diagnose auf Schädigungen zentraler Strukturen im Gehirn zurückführen. Die Auslöser hierfür sind vielfältig und reichen von Ausfällen von Hirnnerven durch Hirntumoren über Durchblutungsstörungen bis hin zu Entzündungen. Auch der Morbus Menière kann in selteneren Fällen zu dieser Form von Schwindel führen. LagerungsschwindelTritt ein Schwindel (Vertigo) typischerweise auf, wenn die Betroffenen den Kopf zur Seite neigen, lässt er sich bei der Diagnose als Kopflage- oder Lagerungsschwindel einordnen: Der Lagerungsschwindel ist durch kurze Schwindelanfälle gekennzeichnet, bei denen sich die Umgebung zu drehen scheint. Diese Anfälle von Schwindel treten meist nachts beim Herumdrehen im Bett oder beim Aufstehen (bzw. beim Aufrichten nach dem Nachtschlaf) auf. Besonders in den ersten Wochen kann der Schwindel von Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbrüche und Angst begleitet sein. Da meist dieselbe Kopfbewegung den Anfall auslöst, entwickeln die Betroffenen mit der Zeit Strategien, mit denen sie die entsprechende Kopfhaltung vermeiden. Dennoch kann es gelegentlich auch zu Stürzen kommen. Lässt sich der Schwindel bei der Diagnose auf eine sogenannte Cupulolithiasis (Cupula = Kuppel, Lithiasis = Steinleiden) zurückführen, liegt ein gutartiger Lagerungsschwindel vor: Er entsteht, weil sich im Gleichgewichtsorgan des Innenohrs kleine Kalksteinchen aus dem hinteren Vorhofsäckchen (Utriculus) lösen und sich an der Kuppel des hinteren Bogengangs anlagern. Durch ihr Gewicht führen sie zu einer Funktionsstörung des hinteren Bogengangs. Dieser reagiert daraufhin überempfindlich auf Drehbeschleunigungen. Dabei ruft nicht die Lage des Kopfs den Schwindel hervor, sondern eine zu schnelle Bewegung des Koipfs hin zur erkrankten Seite. Die Kalksteinchen lösen sich in erster Linie im höheren Lebensalter ab; dies kann jedoch auch altersunabhängig als Folge von Unfällen geschehen. In der Regel klingt die Erkrankung innerhalb von Wochen oder Monaten spontan wieder ab. Nur in seltenen Fällen hält der gutartige Lagerungsschwindel über Jahre an. Besteht der Verdacht, dass eine zentrale (im Gehirn ausgelöste) Form von Lagerungsschwindel vorliegt, ist bei der weiteren Diagnose zu prüfen, ob eine Schädigung im Bereich des Kleinhirns durch Tumoren, Blutungen, Durchblutungsstörungen oder Entzündungen vorliegt. Weiterlesen: Schwindel (Vertigo): Diagnose – Schwankschwindel Das könnte Sie auch interessieren
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