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Schwerhörigkeit

Schallleitungsschwerhörigkeit

Stand: 17. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben und entsteht entweder durch einen Verschluss des Gehörgangs, sodass der Schall nicht mehr zum Innenohr gelangen kann, oder durch Schädigungen der schallleitenden Strukturen.

Die Schwerhörigkeit kann akut eintreten durch:

  • Vermehrte Bildung von Ohrschmalz (Cerumen) oder das "nach hinten Schieben" des Ohrschmalzes bei Reinigungsversuchen sowie die Arbeit unter staubigen Bedingungen
  • Wasser, das zum Beispiel nach dem Baden oder Schwimmen ins Ohr eingedrungen ist
  • Eine Entzündung der Haut des Gehörgangs (Otitis externa) oder eine lokal begrenzte Entzündung ausgehend von den Haarwurzeln im Gehörgang (Ohrfurunkel) – durch die entzündliche Schwellung der Haut kann der Gehörgang verschließen.
  • Durchstechen oder Zerreißen des Trommelfells, zum Beispiel bei der Ohrreinigung oder durch einen Schlag auf das Ohr mit der flachen Hand
  • Einen Verschluss oder eine Verletzung der Ohrtrompete: Die Ohrtrompete (Tube) ist die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen. Sie gleicht den Luftdruck im Mittelohr aus. Bei Schnupfen kann die Tube durch entzündliche Veränderungen verengt oder ganz verschlossen sein. Bei schnellen Luftdruckveränderungen, zum Beispiel beim Fliegen, Seilbahnfahren oder Tauchen, baut sich so ein Druckunterschied zwischen Mittelohr und äußerem Gehörgang auf, der das Trommelfell dehnt und manchmal zerreißt.
  • Verletzungen im Mittelohr oder Schädelbruch, wodurch die Verbindung zwischen den Gehörknöchelchen unterbrochen ist (Luxation)
  • Eine Mittelohrentzündung (Otitis media)

Eine Schallleitungsschwerhörigkeit kann durch andere Ursachen jedoch auch chronischen Charakter annehmen. Dies geschieht zum Beispiel durch:

  • Angeborene Schalleitungsstörungen, wobei zum Beispiel die Ohrmuschel fehlentwickelt sein kann oder ganz fehlt (Mikrotie) oder die Gehörgänge versperrt sind. Auch angeborene Fehlbildungen des Mittelohrs, vor allem der Gehörknöchelchen, sind möglich.
  • Vermehrtes Knochenwachstum im Gehörgang (Exostosen)
  • Verengungen (Stenosen) durch Narben und Entzündungen
  • Chronische Mittelohrentzündung
  • Chronische Belüftungsstörung der Ohrtrompete (sog.Tubenventilationsstörung) : Die Tube ist dauerhaft verschlossen. Besonders bei Kindern kann sich so Flüssigkeit im Mittelohr ansammeln (Sero- oder Mukotympanon). Heilt die Erkrankung nicht aus, verändert sich die Mittelohrschleimhaut (Tympanosklerose) und es entsteht eine hochgradige Schwerhörigkeit.
  • Otosklerose: Entzündliche Umbauprozesse des Knochens fixieren den Steigbügel (Gehörknöchel) und machen ihn damit unbeweglich. Dadurch ist die Beweglichkeit der Gehörknöchelkette insgesamt und somit die Fähigkeit der Schallübertragung eingeschränkt.
  • Geschwulste: Tumoren im Gehörgang und im Mittelohr können sowohl gut- als auch bösartig sein, sind aber relativ selten.

Weiterlesen: Schwerhörigkeit: Ursachen – Schallempfindungsschwerhörigkeit

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