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Schwerhörigkeit

Schallempfindungsschwerhörigkeit

Stand: 17. März 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Schallempfindungsschwerhörigkeit kann akut auftreten oder chronische Formen annehmen. Für die akute Schallempfindungsschwerhörigkeit können verschiedene Ursachen verantwortlich sein:

  • Hörsturz: Plötzliche, meist einseitige, Hörverschlechterung.
  • Starker Lärm über 140 dB
  • Akute Infektionen, die auch das Innenohr betreffen, wie Hirnhautentzündung, Gürtelrose am Ohr (Zoster oticus), AIDS, Mumps, Lues (Syphilis), Toxoplasmose, Borreliose, Masern, Scharlach, Typhus und Fleckfieber.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Akute und chronische Vergiftungen durch Stoffe, die in der verarbeitenden Industrie eingesetzt werden wie: Aminobenzol, Blei, Fluor, Kohlenmonoxid, Quecksilber, Schwefelkohlenstoff und Nitrobenzol
  • Gewalteinwirkung auf den Schädel, die das Innenohr auch dann schädigen kann, wenn der Schlag nicht direkt auf das Ohr trifft: Dabei können die Schädelknochen die Druckwelle auf das Innenohr weiterleiten (Knochenleitung).
  • Schädelbruch: Bei einem Schädelbruch kann die Bruchlinie durch alle Strukturen des Ohrs gehen. Geht die Bruchlinie durch das Innenohr (Pyramidenquerbruch) kann es zu plötzlichem Hörverlust, Schwindel oder einer Gesichtsnervenlähmung kommen.
  • Riss der Membranen zwischen Mittelohr und Innenohr (Fensterruptur) durch operative Eingriffe, Gewalteinwirkungen, Lärmschäden, Druckverletzung (Barotrauma)
  • Stresssituationen (psychogene Schwerhörigkeit)

Die chronische Schallempfindungsstörung entsteht zum Beispiel durch folgende Ursachen:

  • Angeborene anatomische Fehlbildungen (z.B. inkomplette Anlage der Hörschnecke) wie auch funktionelle Störungen
  • Tägliche mehrstündige Lärmbelastung über 80 dB über lange Zeit, zum Beispiel bei Metallarbeitern, Baggerfahrern, Straßenbauarbeitern oder Disk Jockeys (DJ) ohne entsprechenden Gehörschutz
  • Verschiedene Alterungsprozesse im fünften bis sechsten Lebensjahrzehnt: Zunächst verschlechtert sich das Hören der hohen Frequenzen, so hört man beispielsweise das Zirpen der Grillen nicht mehr. Das Sprachverständnis, besonders bei starken Hintergrundgeräuschen nimmt ab (Cocktailparty-Effekt).
  • Erkrankungen wie Nieren- und Schilddrüsenfunktionsstörungen, Diabetes mellitus, Gefäßveränderungen (Arteriosklerose) sowie eine Reihe von Immunerkrankungen
  • Akustikusneurinom, eine langsam wachsende gutartige Geschwulst am Hör- beziehungsweise Gleichgewichtsnerven
  • Druckerhöhung und damit Schädigung der Sinneszellen im Innenohr (Morbus Menière)
  • Schwerhörigkeit aufgrund autoimmuner Antikörper: Diese wurde erstmals 1979 beschrieben und kommt sowohl einzeln als auch in Form von Syndromen (z.B. Systemischer Lupus Erythematosus) vor.
  • Hörstörungen, deren Ursache in den Hirnstrukturen zu suchen ist (zentrale Hörstörungen): Meist finden sich hierbei gleichzeitig weitere Veränderungen des Nervensystems.

Weiterlesen: Schwerhörigkeit: Symptome

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