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Schweinebandwurm-Infektion

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juli 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Eine Schweinebandwurm-Infektion kann man sich zuziehen, wenn man rohes oder ungenügend erhitztes Schweinefleisch isst, das Bandwurm-Larven (Finnen) enthält. Der Schweinebandwurm siedelt sich beim Menschen dann meist unbemerkt im Darm an und kann unbehandelt dort mehrere Jahre überleben. Eine Infektion mit dem Schweinebandwurm führt nur selten zu Beschwerden. 

Wissenswertes
Bandwürmer sind Parasiten, die weltweit vorkommen. Sie benötigen zum Überleben einen Wirt, dem sie Nährstoffe entziehen.

Der Schweinebandwurm (Taenia solium) durchläuft in seinem Entwicklungszyklus mehrere Stadien:

  • vom Ei
  • über Larvenformen
  • bis hin zum geschlechtsreifen Wurm.

In den verschiedenen Stadien seines Lebens befällt der Schweinebandwurm in der Regel unterschiedliche Wirte, man spricht dabei von einem Wirtswechsel

Der Organismus, in dem die geschlechtsreifen Würmer leben, werden meist als Endwirt bezeichnet. Beim Schweinebandwurm ist der Mensch in der Regel der Endwirt – wobei der Menschen in seltenen Fällen auch als Zwischenwirt dienen kann. Die Vorstufen des Schweinebandwurms, das heißt die Larven beziehungsweise "Finnen", leben in sogenannten Zwischenwirten – beim Schweinebandwurm ist das Hausschwein ein Zwischenwirt. Auch Wildschweine kommen als Zwischenwirte in Frage.

Die Schweinebandwurm-Larven gelangen über Schweinefleisch in den menschlichen Körper. Dort entwickeln sie sich zu erwachsenen (adulten) Bandwürmern, die gewöhnlich im Darm siedeln und dort geschlechtsreif werden. Nach der Befruchtung produzieren sie Eier, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Ein ausgewachsener Schweinebandwurm ist bis zu 1,5 Zentimeter breit und kann 2 bis 7 Meter lang werden. Unbehandelt kann der geschlechtsreife Bandwurm mehrere Jahre im Darm überleben.

Der Schweinebandwurm besitzt an seinem Kopf Saugnäpfe und Haken, mit denen er sich in der Dünndarmschleimhaut festsetzt. Dort wächst er heran, indem er fortlaufend neue Glieder bildet – sogenannte Proglottiden. © iStock

Der Schweinebandwurm besitzt an seinem Kopf Saugnäpfe und Haken, mit denen er sich in der Dünndarmschleimhaut festsetzt. Dort wächst er heran, indem er fortlaufend neue Glieder bildet – sogenannte Proglottiden.

In manchen Fällen nutzt der Schweinebandwurm den Menschen auch als Zwischenwirt – der Infektionsweg läuft dann folgendermaßen: Ein Betroffener trägt im Darm fortpflanzungsfähige Bandwürmer und scheidet mit dem Stuhl Schweinebandwurm-Eier aus. Nimmt er diese Eier – zum Beispiel aufgrund schlechter hygienischer Verhältnisse – wieder auf, kommt es zur Selbstinfektion (sog. exogene Autoinfektion). Die Larven in den Eiern können jedoch so rasch reifen, dass sie bereits im Darm des Menschen wieder schlüpfen und auf diese Weise zu einer Selbstinfektion führen (sog. endogene Autoinfektion). In der Folge siedeln sich zum Beispiel in der Muskulatur oder Nervengewebe des Menschen die Schweinebandwurm-Finnen (auch Cysticercus cellulosae genannt) ab. Das Krankheitsbild, das auf diese Weise entsteht, heißt deshalb Zystizerkose.

Während der Befall mit dem Schweinebandwurm im Darm oft keine starken Beschwerden verursacht, kann die Zystizerkose mitunter schwerwiegende Folgen wie Krampfanfälle oder Sehstörungen hervorrufen.

Neben dem Schweinebandwurm gibt es weitere Bandwürmer, bei denen ebenfalls der Mensch Endwirt ist:

  • Rinderbandwurm (Taenia saginata); Zwischenwirt: Rind
  • Fischbandwurm (Diphyllobothrium latum); Zwischenwirt: Fisch
  • Zwergbandwurm (Hymenolepis nana); benötigt keinen Zwischenwirt

Der Arzt stellt bei einer Schweinebandwurm-Infektion die Diagnose, indem er in einer Stuhlprobe des Betroffenen Eier des Schweinebandwurms mikroskopisch nachweist. Um den Parasiten zu entfernen, helfen Wirkstoffe aus der Gruppe der Anthelmintika (Wurmmittel) wie Niclosamid oder Praziquantel.

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