Schweinebandwurm-Infektion: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (02. Juli 2015)

Eine Schweinebandwurm-Infektion wird auch als Taeniasis bezeichnet, denn Bandwürmer wie der Schweinebandwurm oder der Rinderbandwurm gehören biologisch gesehen zur Gattung Taenia:

  • Schweinebandwurm – Taenia solium
  • RinderbandwurmTaenia saginata

Bandwürmer sind Parasiten, sie benötigen einen Wirt, um zu überleben und leben auf seine Kosten. Schweinebandwürmer zählen zur Gruppe der sogenannten Plattwürmer. Sie leben im Darm ihrer Endwirte und können dort wenige Millimeter bis mehrere Meter lang werden. Der Schweinebandwurm durchläuft einen bestimmten Entwicklungszyklus, in welchem nach verschiedenen Entwicklungsstadien ein sogenannter Wirtswechsel erfolgt. Dabei orientiert sich die Bezeichnung für den Bandwurm an seinem Wirt: So ist etwa der Zwischenwirt des Schweinebandwurms das Schwein, der des Rinderbandwurms das Rind. Der Mensch ist beim Schweinebandwurm in der Regel der Endwirt – er kann aber auch Zwischenwirt sein.

Menschen infizieren sich, wenn sie sogenannte Finnen mit der Nahrung aufnehmen – das sind Larvenformen des Schweinebandwurms. Dies geschieht zum Beispiel durch den Verzehr von ungenügend gegartem Fleisch, welches diese verkapselten Vorstufen des Wurms enthält.

Im Darm des Endwirts reifen die Larven dann zu Bandwürmern aus. Die Schweinebandwürmer heften sich mit ihrem Kopf an der Darmwand des Endwirts fest. Dazu tragen sie am Kopf Sauggruben, Saugnäpfe oder einen Hakenkranz. An den Kopf schließen sich die einzelnen Bandwurmglieder an, die als Proglottiden bezeichnet werden. Diese Bandwurmglieder enthalten sowohl männliche als auch weibliche Keimdrüsen – Bandwürmer sind also Zwitter, die sich selbst befruchten können. Die Eier reifen nach der Befruchtung im Wurm heran. Bandwurmglieder, die reife Eier enthalten, lösen sich vom Bandwurm ab und werden mit dem Kot ausgeschieden.

Nimmt ein Zwischenwirt die Eier des Schweinebandwurms auf, schlüpfen in dessen Darm Larven (sog. Onkosphären) aus den Eiern. Diese Larven durchbohren die Darmwand und werden mit dem Blutkreislauf im Körper verteilt. Im Zielorgan, der gut durchbluteten Muskulatur, setzten sie sich fest. Dort bilden sie wieder eine Finne aus, also die verkapselte Bandwurm-Vorstufe (auch Zweitlarve genannt).

Die Finnen befinden sich in flüssigkeitsgefüllten Kapseln, sogenannten Zysten. Durch den Verzehr von finnenhaltigem Schweinefleisch infiziert sich der Mensch mit dem Schweinebandwurm. Im menschlichen Darm entwickelt sich aus der Finne der geschlechtsreife Bandwurm und der Entwicklungszyklus beginnt von vorn.

Der Schweinebandwurm ist weltweit verbreitet, kommt jedoch vor allem in Osteuropa, China, Afrika (südlich der Sahara), Indien sowie Zentral- bis Südamerika vor.


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