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Stand: 30. November 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Sind die Funktionen des Immunsystems zur Abwehr von Krankheitserregern gestört, liegt ein sogenannter Immundefekt oder Immunmangel vor. Das Krankheitsbild, das durch solche Fehlfunktionen des Immunsystems entsteht, bezeichnet man als Immunmangelsyndrom. Immundefekte können entweder angeboren (= primär) oder erworben(= sekundär) sein und sowohl das spezifische als auch das unspezifische Immunsystem betreffen. Das wichtigste Symptom für einen Immundefekt besteht darin, dass die Betroffenen besonders anfällig für Infekte sind: Da ein schwaches Immunsystem seine Funktion der Infektabwehr nicht mehr ausüben kann, ist die Immunantwort bei Kontakt mit Erregern ungenügend oder bleibt ganz aus. Gleichzeitig neigt ihr Organismus dazu, Autoimmunerkrankungen, Allergien und bösartige Tumoren auszubilden.
Bei einem angeborenen (primären) Immundefekt ist entweder die Entwicklung von der unreifen Zelle zur reifen Zelle, die zu einer Immunantwort fähig ist (sog. immunkompetente Zelle), gestört oder es liegt ein Enzymdefekt vor. Solche Erkrankungen des Immunsystems zeigen sich in der Regel bereits im Kindesalter. Wer entweder keine oder nicht genügend Abwehrstoffe (sog. Antikörper) gegen fremde Eiweiße bilden kann, neigt stärker zu bakteriellen Infektionen. Ist dagegen die zellvermittelte Immunität geschwächt, entwickeln die Betroffenen verstärkt Infektionen durch Viren oder Parasiten. Vor allem kombinierte Fehlfunktionen, bei denen die Immunzellen des spezifischen Immunsystems (sowohl die B- als auch die T-Lymphozyten) betroffen sind, wirken sich lebensbedrohlich aus.
Bei einem erworbenen (sekundären) Immundefekt ist eine andere Erkrankung direkt oder indirekt für das gestörte Immunsystem verantwortlich, wodurch sich die Abwehrschwäche erst im Lauf des Lebens zeigt. Dabei können die gestörten oder fehlenden Funktionen des Immunsystems entweder bestimmte Organe des Immunsystems betreffen (bei Erkrankungen des Bluts, z.B. Leukämie, Plasmozytom, Morbus Waldenström) oder sich durch einen Mangel an immunkompetenten Zellen äußern (z.B. erhöhter Verlust von Antikörpern beim nephrotischen Syndrom, Schwächung der zellulären Immunität bei Aids).
Den bei einem Immundefekt herrschenden Zustand kann man auch künstlich hervorrufen: Dies geschieht bei bestimmten Erkrankungen des Immunsystems zu Therapiezwecken. Die künstlich Unterdrückung von Immunreaktionen heißt Immunsuppression. Sie kommt zur Behandlung schwerwiegender Autoimmunerkrankungen und nach Transplantationen zum Einsatz, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern.
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