Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Schuppenflechte > Aufbau des Immunsystems > Spezifische Immunabwehr

Aufbau des Immunsystems

Spezifische Immunabwehr

Stand: 31. Oktober 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Anders als beim unspezifischen (angeborenen) Immunsystem erfolgt der Aufbau des spezifischen Teils des Immunsystems erst im Lauf des Lebens: Die spezifische Immunabwehr entwickelt sich erst durch die direkte Auseinandersetzung mit einem bestimmten Krankheitserreger. Daher bezeichnet man es auch als erworbenes, adaptives Immunsystem. In diesem Lernprozess zum Aufbau des spezifischen Immunsystems entwickeln sich beim ersten Kontakt mit einem Erreger besondere Abwehrmechanismen, die ganz gezielt gegen diesen bestimmten Krankheitserreger gerichtet sind. Die während der Immunantwort gebildeten Gedächtniszellen beugen einem erneuten Angriff desselben Erregers vor. Darüber hinaus kann die spezifische Immunabwehr krankhafte körpereigene Zellen wie Tumorzellen erkennen und angreifen.

Immunzellen oder auch Lymphozyten (lat. lympha = klares Wasser, griech. kytos= Zelle) sind Zellen, die zu immunologischen Reaktionen fähig sind: Sie vermitteln die spezifische Immunabwehr. Lymphozyten sind die kleinsten weißen Blutkörperchen. Ihr Anteil an der Gesamtmenge der weißen Blutkörperchen im Blut beträgt etwa ein Viertel. Allerdings befinden sich 98 Prozent der Lymphozyten nicht im Blut, sondern in den lymphatischen Organen (Lymphknoten, Lymphbahnen, Milz) und im Knochenmark. Von dort aus gibt der Körper ständig einen kleinen Teil der Zellen ins Blut ab. Die Lebensdauer der Lymphozyten beträgt zehn Tage bis mehrere Jahre. Sie entwickeln sich zunächst im Knochenmark und im Thymus (d.h. in den primären Organen des Immunsystems, die somit beim Aufbau des Immunsystems eine entscheidende Rolle spielen). Von dort aus besiedeln sie die sekundären Immunorgane wie Lymphgewebe und Milz. Es gibt verschiedene Typen von Lymphozyten:

  • T-Lymphozyten: Diese Immunzellen sind darauf geprägt, zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden. Ihre Entwicklung erfolgt im Thymus (griech. thymos = Brustdrüse), einem zweilappigen Organ, das hinter dem Brustbein liegt. Die T-Lymphozyten machen etwa 70 bis 80 Prozent aller Lymphozyten im Blut aus. Sie gehören zum spezifischen zellulären Immunsystem. Bei Kontakt mit einem Fremdkörper entwickeln sie sich zu sogenannten T-Effektorzellen, die verschiedene Immunantworten auslösen oder verstärken, oder zu längerlebigen T-Gedächtniszellen, die auch nach Jahren noch bei einem erneuten Eindringen des gleichen Fremdkörpers diesen erkennen und zu verstärkten Immunantworten führen. Die T-Effektorzellen lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Die sogenannten T-Helferzellen, die B-Zellen und Makrophagen aktivieren, und die sogenannten T-Killerzellen (zytotoxische T-Zellen), die durch Lyse (= Auflösung) infizierte Zellen töten. Daneben gibt es noch T-Unterdrückerzellen (regulatorische T-Zellen), deren Funktion darin besteht, die Aktivierung des Immunsystems zu unterdrücken und die Immunantwort gegen körpereigene Stoffe zu hemmen: So sorgen sie im gesunden Organismus dafür, dass das Immunsystem dem eigenen Körper gegenüber tolerant bleibt. Dies verhindert die Entstehung von Autoimmunkrankheiten.
  • B-Lymphozyten: Dieser Immunzelltyp reift im Knochenmark und macht etwa 15 Prozent aller Lymphozyten im Blut aus. B-Lymphozyten gehören zum spezifischen humoralen Immunsystem. Bei Kontakt mit einem Fremdkörper entwickelt sich ein Teil der B-Lymphozyten zu sogenannten Plasmazellen, die Antikörper (= Immunglobuline, Ig) gegen diesen Fremdkörper bilden. Plasmazellen leben etwa 2-3 Tage. Aus dem anderen Teil der B-Lymphozyten entwickeln sich nach Kontakt mit einem Fremdkörper langlebige B-Gedächtniszellen, die noch Jahre später, auch wenn der Körper nicht mehr diesem Fremdkörper ausgesetzt ist, die gleichen Antikörper bilden können.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Aufbau des Immunsystems

Das könnte Sie auch interessieren

Schuppenflechte

Schuppenflechte

Erfahren Sie im Überblick mehr über Symptome, Ursachen und Folgen der Schuppenflechte (Psoriasis) und was Sie dagegen tun können. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Sudoku

Sudoku

Sudoku spielen fördert das logische Denken und die Konzentrationsfähigkeit und hilft Ihnen, Ihr Gedächtnis spielerisch zu trainieren. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.