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Schulterschmerzen

Schulterschmerzen: Diagnose

Stand: 18. Oktober 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei Schulterschmerzen kann die Diagnose verschiedene Schritte umfassen. Da Schulterschmerzen mit zu den häufigsten Beschwerden im orthopädischen Alltag gehören, stellt die Untersuchung ein Routineverfahren dar. In aller Regel erfragt der Arzt zuerst die Krankengeschichte (Anamnese):

  • Liegt eine bekannte Schulterverletzung vor, etwa nach einem Sturz oder Anprall?
  • Seit wann bestehen die Schulterschmerzen?
  • Wann treten die Schmerzen auf? Ständig oder nur bei bestimmten Bewegungen?
  • Um was für einen Schmerz handelt es sich? Ist er scharf, brennend oder dumpf?
  • Ist die Bewegung eingeschränkt?
  • Treten die Schmerzen auch nachts auf?
  • Bestehen Risikofaktoren für Schulterverletzungen bzw. Schulterverschleiß (etwa sportlich oder beruflich bedingte)?
Man sieht einen Arzt, der mit einem älteren Mann spricht.
Bei Schulterschmerzen erfragt der Arzt zunächst die Krankengeschichte.

Die Antworten des Betroffenen geben dem Arzt erste Hinweise auf mögliche Ursachen der Schulterschmerzen. Als nächstes folgt die körperliche Untersuchung. Wichtige Informationen leiten sich schon aus der Körperhaltung und den Bewegungen des Patienten ab. Beim Ausziehen des Hemdes offenbaren sich mitunter gestörte Bewegungsabläufe und ein Vermeidungsverhalten ist erkennbar: Der Betroffene schont den Arm, um Schmerzen zu entgehen. Der Arzt achtet auf Form und Stand der Schultern, der Schulterblätter und der Schlüsselbeine und betrachtet die Haltung der Arme und mögliche Auffälligkeiten der Muskulatur.

Ebenso wichtig wie die "optische Diagnose" ist die Untersuchung des Betroffenen mit speziellen Untersuchungsgriffen und -methoden. Von ihnen gibt es eine ganze Reihe – sie kommen zum Einsatz, um die Funktion der Muskeln des Schultergelenks beurteilen zu können und somit die Ursachen der Schulterschmerzen genauer einzugrenzen und eine Diagnose ableiten zu können.

Typische klinische Funktionstests, die der Arzt bei Schulterschmerzen anwendet, sind:

  • Jobe-Test (Supraspinatus-Test)
  • Impingement-Test nach Neer (Neer-Test)
  • Hawkins-Test
  • Test, ob ein schmerzhafter Bogen (engl.: painful arc) besteht
  • Codmann-Griff
  • Lift-off-Test
  • Drop-arm-Zeichen
  • Nackengriff
  • Schürzengriff

Beim Jobe-Test führt der aufrecht stehende oder sitzende Patient beide Arme in die Horizontale (90°), beugt sie in dieser Ebene um etwa 30° und dreht die Hände so, dass die Daumen zum Boden zeigen (als würde man eine Dose ausschütten). Der Untersucher versucht nun, die Arme des Patienten gegen dessen Widerstand nach unten zu drücken. Kann der Betroffene auf einer Seite nur wenig entgegensetzen, spricht dies für einen Sehnenriss, eine gereizte Sehne oder eine Entzündung des Schleimbeutels unter dem Schulterdach.

Beim Nackengriff fordert der Arzt den Patienten auf, beide Hände in den Nacken zu legen (die Daumen zeigen dabei nach unten). Beim Schürzengriff fasst man mit beiden Händen an den Rücken, wobei die Daumen nach oben zeigen – wie beim Binden einer Schürze.

Weiterlesen: Schulterschmerzen: Diagnose – Weitere Untersuchungen

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