Frozen Shoulder, Schultergelenk­entzündung: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. April 2016)

Bei der Frozen Shoulder richtet sich die Therapie nach Ursache, Dauer und Stärke der Schulterprobleme. Meistens kommen gegen eine Frozen Shoulder zur Behandlung konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen zum Einsatz. Häufig vergehen dabei mehrere Wochen, bis die Beschwerden verschwunden sind.

Physiotherapie

Bei einer Schultergelenkentzündung mit Frozen Shoulder setzt man in der Therapie vor allem auf physiotherapeutische Übungen. Wichtig bei der Physiotherapie ist es, das entzündete und versteifte Schultergelenk nicht zu überlasten oder falsch zu belasten! Besonders in der frühen Phase der Frozen Shoulder gilt es, bei den Übungen vorsichtig zu sein und sie an die Schmerzen anzupassen, damit sich der Zustand der Schulter durch die Behandlung nicht noch verschlimmert.

Die gegen eine Frozen Shoulder eingesetzte Physiotherapie kann neben Krankengymnastik und manueller Therapie auch weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Elektrotherapie sowie Wärme- und Kältebehandlungen umfassen. Welchen Zweck die Behandlung der Schultergelenkentzündung verfolgt (Schmerzen lindern, Durchblutung verbessern, Spannungszustand der Muskeln senken, Beweglichkeit steigern, Entspannung herbeiführen), hängt von der Phase der Schultersteife ab:

  • In der Anfangsphase der Schultergelenkentzündung mit Schultersteife (sog. Freezing Shoulder) mit starken (v.a. nächtlichen) Schmerzen und Bewegungsschmerzen zielt die Physiotherapie darauf ab, die Beweglichkeit zu erhalten und die Schmerzen zu lindern.
  • In der zweiten Phase (Frozen Shoulder), in der die Bewegungseinschränkung durch die Schultergelenkentzündung zunimmt, die Schmerzen jedoch nicht mehr, stehen die Schmerzlinderung und Entspannung bei der Therapie der Schultersteife im Vordergrund.
  • In der letzten Phase der Schultergelenkentzündung (sog. Thawing Shoulder), in der nachlassende Schmerzen einen Rückgang der Schultersteife ankündigen, soll die Physiotherapie die Beweglichkeit der Schulter verbessern. Hier ist es wichtig, am Ball zu bleiben, denn bei der Frozen Shoulder ist die Therapie sehr langwierig: Bis das Schultergelenk wieder voll beweglich ist, können Jahre vergehen.

Bei einer Frozen Shoulder steht neben der Physiotherapie eine Vielzahl weiterer Verfahren zur Therapie zur Verfügung: So kommen zum Beispiel niedrig dosierte Strahlentherapie oder Akupunktur mit unterschiedlichem Erfolg zur Behandlung der Schultergelenkentzündung zum Einsatz. Oft fehlt es auch noch an ausreichenden wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit dieser Verfahren.

Medikamente

Bei einer Schultergelenkentzündung (Frozen Shoulder) können als begleitende Therapie schmerzstillende (analgetische) und entzündungshemmende (antiphlogistische) Medikamente zum Einsatz kommen, wenn Sie starke Schulterschmerzen haben. Zu diesen Medikamenten gehört die große Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika), wie zum Beispiel die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Ibuprofen. Die Medikamente erhalten Sie in Form von Tabletten oder (wesentlich seltener, v.a. in der frühen Phase) per Spritze in das Schultergelenk. Wenn Sie einen entzündlichen Gelenkerguss haben, kann der Arzt diesen Erguss abpunktieren, bevor er das Medikament in das Gelenk spritzt.

Operation

Eine Schultergelenkentzündung (Frozen Shoulder) erfordert zur Therapie nur selten eine Operation. In einigen Fällen hat die Entzündung im Schultergelenk jedoch eine Ursache, die man nur operativ beseitigen kann. Wenn sich die Symptome der Frozen Shoulder trotz regelmäßiger Behandlung über mindestens sechs Monate nicht bessern oder gar verschlechtern, lässt sich mitunter ebenfalls ein operativer Eingriff erwägen.

Entscheiden sich Patient und Arzt für eine OP, lässt sich der Eingriff oftmals über eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) vornehmen, also in Schlüsselloch-Technik.

Haben Verkalkungen der Sehnenansätze die Frozen Shoulder verursacht, ist eine Operation nicht zwingend erforderlich: Diese für die Schultergelenkentzündung verantwortlichen Kalkablagerungen im Schultergelenk bilden sich häufig innerhalb von Monaten bis wenigen Jahren von selbst wieder zurück, und die mit der Schultersteife verbundenen Schmerzen verbessern sich unter einer nicht-operativen Behandlung deutlich.


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