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Schultereckgelenksprengung: Diagnose

Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Bei einer Schultereckgelenksprengung erfolgen zur Diagnose zuerst eine körperliche Untersuchung und eine genaue Befragung der Betroffenen (sog. Anamnese). Die Verdachtsdiagnose ergibt sich aus dem Verletzungshergang (meist ein Sturz auf die Schulter) und den vorliegenden Symptomen: Eine Schwellung im Schulterbereich, ein örtlich eingegrenzter Druckschmerz über dem Schultereckgelenk und eine Schonhaltung weisen auf die Schultereckgelenksprengung hin.

Ein weiterer Hinweis auf eine Schultereckgelenksprengung ergibt sich, wenn Bewegungen zwischen dem Oberarm und dem Schulterblatt (im Schultergelenk) bei stabilisiertem Schulterblatt keine Schmerzen verursachen. Sind die Bänder bei der Schultereckgelenksprengung teilweise oder vollständig zerrissen, liegt eine Fehlstellung (Luxation) des äußeren Schlüsselbeins vor. Auch dies trägt zur Diagnose bei: Durch die Fehlstellung wölbt sich die Haut im entsprechenden Bereich der Schulter nach oben vor. Das verschobene Schlüsselbein lässt sich mit dem Finger leicht nach unten drücken (sog. Klaviertastenphänomen). Manchmal ist zu hören, dass die Knochen aneinanderreiben (Krepitation).

Um bei einer Schultereckgelenksprengung die Diagnose zu sichern, ist eine Röntgenuntersuchung des Schultergelenks nötig. Sind die ersten Ergebnisse nicht eindeutig, können sogenannte Funktionsaufnahmen beider Schultergelenke erfolgen: Dazu nehmen die Betroffenen ein etwa zehn Kilogramm schweres Gewicht in jede Hand und stehen still, während sie beide Schultern röntgen lassen. Anschließend vergleicht der Arzt die beiden Aufnahmen miteinander. Den Schweregrad der Schultereckgelenksprengung zeigt das hochstehende Schlüsselbein an.

Wenn zur Beurteilung der Schultereckgelenksprengung noch genauere Ergebnisse notwendig sind, bietet sich zur Diagnose zusätzlich eine Sonographie (Ultraschall), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) an.

Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt die Schultereckgelenksprengung bei der Diagnose einem der folgenden Schweregrade (nach Tossy oder Rockwood) zuordnen, was für die nachfolgende Behandlung wichtig ist:

  • Grad I: Die Bänder sind eingerissen, ohne dass sich die Gelenkteile gegeneinander verschieben.
  • Grad II: Die Bänder der Gelenkkapsel sind teilweise zerrissen und die Gelenkanteile sind leicht verschoben.
  • Grad III: Alle Bänder des Schultereckgelenks sind zerrissen.
  • Grade IV-VI (nach Rockwood): Diese Verletzungsgrade beschreiben unterschiedliche Spezialformen der vollständigen Bandzerreißung. Schultereckgelenksprengung Tossy 1, 2 und 3

Weiterlesen: Schultereckgelenksprengung: Therapie

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