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Schultereckgelenksprengung: Diagnose

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (12. April 2016)

Bei Verdacht auf eine Schultereckgelenksprengung finden zuerst eine körperliche Untersuchung und eine genaue Befragung der Betroffenen (sog. Anamnese) statt. Eine erste Diagnose ergibt sich durch den Verletzungshergang und die vorliegenden Symptome:

  • Eine Schwellung im Schulterbereich, ein örtlich begrenzter Druckschmerz über dem Schultereckgelenk und eine Schonhaltung weisen auf die Art der Verletzung hin.
  • Die Verdachtsdiagnose bestätigt sich weiter, wenn Bewegungen zwischen dem Oberarm und dem Schulterblatt (im Schultergelenk) bei stabilisiertem Schulterblatt keine Schmerzen verursachen.

Sind die Bänder im Schultereckgelenk teilweise oder vollständig zerrissen, nimmt das äußere Schlüsselbein eine Fehlstellung (Luxation) ein. Dies liefert einen weiteren Hinweis auf die Schultereckgelenksprengung: Infolge der Fehlstellung wölbt sich die Haut im entsprechenden Bereich der Schulter nach oben vor. Das verschobene Schlüsselbein lässt sich mit dem Finger leicht nach unten drücken (sog. Klaviertastenphänomen). Manchmal ist auch zu hören, dass die Knochen aneinanderreiben (sog. Krepitation).

Um die Schultereckgelenksprengung sicher zu diagnostizieren, ist eine Röntgenuntersuchung des Schultergelenks nötig. Sind die ersten Ergebnisse nicht eindeutig, können sogenannte Funktionsaufnahmen beider Schultergelenke weiterhelfen: Dazu nimmt man ein etwa zehn Kilogramm schweres Gewicht in jede Hand und steht still, während man beide Schultern röntgen lässt. Anschließend vergleicht der Arzt die beiden Aufnahmen miteinander. Das hochstehende Schlüsselbein zeigt den Schweregrad der Schulterverletzung an.

Wenn noch genauere Ergebnisse notwendig sind, um die Schultereckgelenksprengung zu beurteilen, bietet sich zusätzlich eine Sonographie (Ultraschall), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) an.

Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt die Schultereckgelenksprengung einem der folgenden Schweregrade (nach Tossy oder Rockwood) zuordnen. Diese Klassifikation ist für die nachfolgende Behandlung wichtig:

  • Grad I: Die Bänder sind eingerissen, ohne dass sich die Gelenkteile gegeneinander verschieben.
  • Grad II: Die Bänder der Gelenkkapsel sind teilweise zerrissen und die Gelenkanteile sind leicht verschoben.
  • Grad III: Alle Bänder des Schultereckgelenks sind zerrissen.
  • Grade IV-VI (nach Rockwood): Diese Verletzungsgrade beschreiben unterschiedliche Spezialformen der vollständigen Bandzerreißung. Schultereckgelenksprengung Tossy 1, 2 und 3


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