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Schultereckgelenk­sprengung: Diagnose

Veröffentlicht von: Carolin Grob (12. Februar 2014)

Bei einer Schultereckgelenksprengung finden zur Diagnose zuerst eine körperliche Untersuchung und eine genaue Befragung der Betroffenen (sog. Anamnese) statt.

Durch den Verletzungshergang und die vorliegenden Symptome ergibt sich der Verdacht auf eine Schultereckgelenksprengung: Eine Schwellung im Schulterbereich, ein örtlich begrenzter Druckschmerz über dem Schultereckgelenk und eine Schonhaltung weisen auf die Schultereckgelenksprengung hin. Diese erste Diagnose bestätigt sich weiter, wenn Bewegungen zwischen dem Oberarm und dem Schulterblatt (im Schultergelenk) bei stabilisiertem Schulterblatt keine Schmerzen verursachen.

Sind bei der Schultereckgelenksprengung die Bänder teilweise oder vollständig zerrissen, nimmt das äußere Schlüsselbein eine Fehlstellung (Luxation) ein. Dies liefert bei der Schultereckgelenksprengung einen weiteren Hinweis für die Diagnose: Infolge der Fehlstellung wölbt sich die Haut im entsprechenden Bereich der Schulter nach oben vor. Das verschobene Schlüsselbein lässt sich mit dem Finger leicht nach unten drücken (sog. Klaviertastenphänomen). Manchmal ist auch zu hören, dass die Knochen aneinanderreiben (sog. Krepitation).

Um bei einer Schultereckgelenksprengung die Diagnose zu sichern, ist eine Röntgenuntersuchung des Schultergelenks nötig. Sind die ersten Ergebnisse nicht eindeutig, können sogenannte Funktionsaufnahmen beider Schultergelenke weiterhelfen: Dazu nimmt man ein etwa zehn Kilogramm schweres Gewicht in jede Hand und steht still, während man beide Schultern röntgen lässt. Anschließend vergleicht der Arzt die beiden Aufnahmen miteinander. Den Schweregrad der Schultereckgelenksprengung zeigt das hochstehende Schlüsselbein an.

Wenn noch genauere Ergebnisse notwendig sind, um die Schultereckgelenksprengung zu beurteilen, bietet sich zur Diagnose zusätzlich eine Sonographie (Ultraschall), eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) an.

Anhand der Untersuchungsergebnisse kann der Arzt die Schultereckgelenksprengung bei der Diagnose einem der folgenden Schweregrade (nach Tossy oder Rockwood) zuordnen, was für die nachfolgende Behandlung wichtig ist:

  • Grad I: Die Bänder sind eingerissen, ohne dass sich die Gelenkteile gegeneinander verschieben.
  • Grad II: Die Bänder der Gelenkkapsel sind teilweise zerrissen und die Gelenkanteile sind leicht verschoben.
  • Grad III: Alle Bänder des Schultereckgelenks sind zerrissen.
  • Grade IV-VI (nach Rockwood): Diese Verletzungsgrade beschreiben unterschiedliche Spezialformen der vollständigen Bandzerreißung. Schultereckgelenksprengung Tossy 1, 2 und 3





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