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Schnittwunde – wenn man beim Schneiden nicht aufpasst

Veröffentlicht von: Till von Bracht (02. Mai 2016)

© Jupiterimages/Image Source

Die Schnittwunde (v.a. am Finger) gehört zu den häufigsten Verletzungen überhaupt: Ob beim Hantieren mit Messer, Schere, Klingenrasierer, Bruchscherben oder Papier – kurz nicht aufgepasst, und schon schneidet man sich.

Eine Schnittwunde ist eine mechanische Verletzung durch einen scharfkantigen Gegenstand. Typischerweise hat die Wunde glatte Wundränder, blutet meist stark und geht mit einem Wundschmerz einher.

Schnittverletzungen können unterschiedlich tief sein: So können nur die oberen, aber auch alle Schichten der Haut bei Schnittwunden durchtrennt sein. Wenn zusätzlich Blutgefäße, Nerven oder Sehnen verletzt sind, können weitere Symptome auftreten – zum Beispiel:

  • starke, pulsierende oder spritzende Blutung bei einer durchtrennten Arterie
  • Bewegungseinschränkungen bei einer verletzten Sehne
  • Lähmungen oder Gefühlsstörungen bei einem verletzten Nerv

Das Bild zeigt eine kleine Schnittwunde am Zeigefinger. © Jupiterimages/iStockphoto

Kleinere Schnittwunden sind harmlos: Ein Pflaster genügt. Hört die Blutung nicht auf, muss man die Wunde von einem Arzt nähen oder kleben lassen.

Wie Schnittwunden zu versorgen sind, hängt von ihrem Ausmaß ab:

  • Eine oberflächliche Schnittwunde stellt – sofern sie nicht verunreinigt und mit Keimen infiziert ist – keine problematische Verletzung dar. Eine solche Schnittwunde können Sie selbst mit einem Pflaster versorgen.
  • Wenn Sie jedoch eine tiefe Schnittwunde haben, sollten Sie die Verletzung innerhalb weniger Stunden von einem Arzt behandeln lassen – er kann die Schnittwunde nähen, klammern oder kleben (d.h. mit Gewebekleber verschließen). 

Als Erste Hilfe für tiefe Schnittwunden gilt: Um den Blutverlust so gering wie möglich zu halten, sollten Sie das verletzte Körperteil hochlagern und anschließend mit einem sterilen Druckverband abdecken. 

In vielen Fällen sind Schnittverletzungen (z.B. eine Schnittwunde am Finger) harmlos und bedürfen keiner besonderen Behandlung. Eine tiefe Schnittwunde kann jedoch zu Komplikationen führen: Blutet eine Schnittverletzung stark, kann es zu einem Kreislaufschock kommen; dann steht zunächst die rasche Blutstillung im Vordergrund.

Tiefere Schnittwunden optimal zu behandeln bedeutet außerdem, die Wunden primär zu verschließen: Dazu ist es nötig, innerhalb von höchstens sechs Stunden nach ihrer Entstehung jede tiefe Schnittwunde zu nähen, klammern oder kleben. Da ein solcher primärer Wundverschluss nur bei frischen Schnittwunden möglich ist, gilt es, das Zeitfenster von sechs Stunden nach Möglichkeit einzuhalten.

Wenn keine Begleitverletzungen vorliegen, heilt die Schnittwunde bei schneller und optimaler Versorgung komplikationslos ab. Zurück bleibt nur eine kleine Narbe. Durch eine verspätete Wundbehandlung, Begleitverletzungen oder eine Verunreinigung der Schnittwunde dauert die Heilung länger.



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