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Stand: 26. August 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Vor allem eine tiefe Schnittwunde erfordert zur Therapie die richtigen Sofortmaßnahmen. Wer die Erste Hilfe von Schnittwunden übernimmt, trägt am besten Schutzhandschuhe, sofern es sich nicht um die eigene Wunde handelt: Schutzhandschuhe schützen bei der Erstversorgung von blutenden Wunden vor Infektionen mit HIV oder Hepatitis.
Als Erste Hilfe für tiefe Schnittwunden gilt: Um den Blutverlust so gering wie nur möglich zu halten, lagern Sie den verletzten Körperteil hoch. Decken Sie die Schnittwunde anschließend steril ab. Wenn die Blutung durch diese Maßnahmen nicht zum Stillstand kommt, drücken Sie auf die Wunde und damit auf die Blutgefäße im Wundbereich Druck aus. Im Notfall vermindern Sie die Blutung aus einer Schnittwunde am einfachsten und sichersten, indem Sie mit der Hand das Verbandsmaterial fest auf die Wunde drücken.
Der nächste Schritt zur fachgerechten Wundversorgung besteht darin, einen Druckverband anzulegen. Mit einem richtig angelegten Druckverband ist es möglich, auf die Schnittwunde über einen längeren Zeitraum einen stetig wirkenden Druck auszuüben. Durch diese äußerst einfache Erste-Hilfe-Maßnahme können Sie so gut wie alle Blutungen stoppen. Allerdings ist ein Druckverband nicht bei allen Schnittwunden möglich. Bei Verletzungen im Halsbereich drücken Sie das Verbandsmaterial am besten so lange direkt auf die Wunde, bis sie aufhört zu bluten. Es ist ratsam, solche Schnittwunden dann innerhalb weniger Stunden von einem Arzt behandeln zu lassen.
Wenn eine Schnittwunde extrem stark blutet und große Arterien verletzt sind, gelingt es womöglich weder durch das manuelle Aufpressen des Verbandmaterials noch durch einen Druckverband, die Blutung zu stoppen. In solchen Fällen besteht die geeignete Erste-Hilfe-Maßnahme darin, die Blutzufuhr zur verletzten Stelle zu unterbrechen. Dafür ist es nötig, den Puls der zuführenden Schlagader zu suchen und die Arterie gegen einen darunter liegenden Knochen zu drücken. Bei einem verletzten Oberarm befindet sich die hierzu geeignete Stelle am innen am Bizeps. Bei großen Blutungen des Beins ist die Mitte der Leistenbeuge zum Abdrücken besonders gut geeignet. Verzichten Sie jedoch unbedingt auf das Abbinden von Extremitäten, da hierdurch schwere Folgeschäden entstehen können, die nicht selten zum Verlust von Gliedmaßen führen.
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