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Schmerzen: Verlauf & Vorbeugen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2017)

Verlauf

Schmerzen können einen chronischen Verlauf nehmen. Während akute Schmerzen unmittelbar infolge eines auslösenden Ereignisses entstehen (z.B. Verletzung) und wieder verschwinden, sobald die Ursache behoben ist, dauern chronische Schmerzen über mehrere Monate an und stellen dann möglicherweise ein eigenes Krankheitsbild dar. Die Schmerzen haben sich in gewisser Weise "verselbstständigt" – Mediziner verwenden dafür den Begriff Schmerz-Chronifizierung.

Chronische Schmerzen können im weiteren Verlauf schwerwiegende Folgen haben. Häufig dauert es lange, bis Schmerzpatienten den geeigneten Arzt finden. Wiederholt erfolglose Behandlungsversuche verursachen oft erhebliche Kosten für den Betroffenen. Zudem unterziehen sich Schmerzpatienten zum Teil unnötigen Operationen, die – abgesehen davon, dass der gewünschte Erfolg ausbleibt – auch weitere Schmerzen verursachen können. Außerdem besteht bei dauerhafter Selbstmedikation die Gefahr der Medikamentenabhängigkeit.

Menschen, die bei chronischen Schmerzen keine oder keine ausreichende Schmerztherapie erhalten, werden häufig krankgeschrieben und in vielen Fällen frühzeitig berentet. Beim Betroffenen selbst verursachen die Erkrankung und ihre Folgen meist großes Leid, häufig kommt es zu Angstzuständen und Depressionen.

Liegt eine somatoforme Störung vor, gibt es also keine organischen Ursachen für die chronischen Schmerzen, lässt dies viele Betroffene verzweifeln. Die Tatsache, dass es in diesem Fall keine offensichtlichen körperlichen Auslöser gibt, fördert so unter Umständen Ängste bei den Betroffenen. Zusätzlich belastend ist hier, wenn chronische Schmerzpatienten von ihrer Umwelt fälschlicherweise als Simulanten wahrgenommen werden.

Komplikationen

Schmerzen können bei langfristigem Verlauf auch zu Komplikationen führen: Als Schmerzverhalten bezeichnet man jede Reaktion, durch die der Betroffene seine Erkrankung mitteilt (Äußerungen, Mimik, Schonhaltung, Rückzug, Schmerzmitteleinnahme). Dieses Verhalten ist dann sinnvoll, wenn es dazu dient, die Schmerzen zu verringern. Andererseits kann aber eben dieses Verhalten auch dazu beitragen, dass Schmerzen chronisch werden: So kann eine dauerhafte Schonhaltung die Muskulatur schwächen und dadurch Bewegungen noch schmerzhafter machen – was wiederum stärkeres Schonverhalten nach sich zieht.

Bei einer Dauermedikation mit Schmerzmitteln können zudem Nebenwirkungen auftreten, zum Beispiel Magenprobleme. Manchmal können Schmerzmittel auch selbst Schmerzen hervorrufen (sog. schmerzmittel-induzierter Kopfschmerz).

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Außerdem reagiert die Umwelt häufig einfühlsam, wenn der Schmerz des Betroffenen für sie sichtbar wird – sie schenken ihm Aufmerksamkeit und entlasten ihn, um ihm schmerzhafte Bewegungen oder Situationen zu ersparen. Diese Anteilnahme tut einerseits gut, andererseits wirkt sie – ohne dies zu beabsichtigen – belohnend, da der Betroffene für seine Erkrankung Zuwendung erhält und das soziale Umfeld ihn von unangenehmen Pflichten befreit. Wenn er hingegen weniger Schmerzverhalten zeigt und wieder aktiver ist, wird er für diesen Fortschritt quasi bestraft, da nun die Unterstützung wegfällt.

Vorbeugen

Da Schmerzen viele unterschiedliche Ursachen haben können, kann man ihnen nicht direkt vorbeugen. Wenn Sie jedoch darauf achten, sich rechtzeitig ärztliche Hilfe zu holen, vermeiden Sie, dass Ihre Schmerzen chronisch werden oder Sie in eine Medikamentenabhängigkeit geraten.

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