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Schmerzen: Ursachen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2017)

Für Schmerzen kommen viele verschiedene Ursachen infrage. Grund hierfür sind unterschiedliche Mechanismen, die das Körpergewebe schädigen und so Schmerzen auslösen können, etwa zu niedrige oder zu hohe Temperaturen (z.B. Erfrierungen oder Verbrennungen), Gewalteinwirkung (z.B. Stich- und Schnittverletzungen) oder schädliche Substanzen (z.B. Säure).

Das Schmerzempfinden ist allerdings nicht allein eine Reaktion auf Gewebeschäden, sondern an eine komplexe Verarbeitung durch das Nervensystem geknüpft. So können Schmerzen auch psychische Ursachen haben – und jede Art von Schmerz kann sich zum chronischen Schmerz entwickeln. Schmerzen gelten dann als chronisch, wenn sie (je nach Fachliteratur) über mindestens drei oder sechs Monate bestehen. Häufig treten sie begleitend zu einer Erkrankung auf, bestehen jedoch noch über diese hinaus weiter. Auch Schmerzen ohne klare Ursachen kommen häufig vor.

Schmerzen lassen sich je nach Dauer und Ursache in

  • akute Schmerzen,
  • chronische Schmerzen,
  • neuropathische Schmerzen und
  • psychosomatische Schmerzen

unterteilen.

Schmerzleitung

Schmerzrezeptoren (med. Fachbegriff: Nozizeptoren) leiten Reize an das zentrale Nervensystem (ZNS, also Gehirn und Rückenmark) weiter. Die Rezeptoren reagieren dabei auf Temperaturreize (Hitze und Kälte), chemische und mechanische Reize (z.B. Druck, Verletzungen).

Die erste Verarbeitung der Signale erfolgt im Rückenmark und löst häufig einen Reflex aus, der eine schnelle Reaktion möglich macht. Dies dient als Schutz, um den Körper aus der Gefahrensituation zu entfernen. So zieht man etwa bei Verbrennungen automatisch die Hand von der heißen Gefahrenquelle zurück. Die von den Schmerzrezeptoren kommenden Informationen gelangen über Nervenbahnen zum Gehirn, das sie weiter verarbeitet – auf diese Weise entsteht ein individuelles Schmerzempfinden.

Schmerzempfindung (Nozizeption)

Das Schmerzempfinden (sog. Nozizeption) ist immer individuell ausgeprägt. Über körpereigene Botenstoffe – zum Beispiel durch sogenannte Endorphine – ist der Körper in bestimmten Situationen in der Lage, das Schmerzempfinden zu dämpfen. Einige Schmerzmittel machen sich diesen Mechanismus zunutze.

Schmerz kann auf vier unterschiedliche Arten entstehen:

Schmerzentstehung

Art des Schmerzes Wahrnehmung Ursache
physiologisch/nozizeptiv Wahrnehmung über Schmerzrezeptoren (Nozizeptoren) thermische, chemische und mechanische Reize
peripher neuropathisch Nervenschmerz, Nervenschädigungen außerhalb des zentralen Nervensystems (ZNS) Amputation, Viren, Diabetes mellitus
zentral neuropathisch Nervenschmerz, Nervenschädigungen innerhalb des ZNS, also im Gehirn oder Rückenmark Querschnittslähmung, Viren, multiple Sklerose, Hirnschlag
psychosomatisch Ausdruck psychischer Belastung keine organische Ursache

Akute Schmerzen

Akute Schmerzen signalisieren dem Körper, dass eine Gefahr besteht, beispielsweise eine Verletzung. Bei akuten Schmerzen ist die Ursache daher meist eindeutig erkennbar und lässt sich entsprechend gezielt behandeln.

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen, also Schmerzen, die (je nach Fachliteratur) länger als drei oder sechs Monate bestehen, können im Unterschied zum akuten Schmerz mit der Zeit die Form eines eigenen Krankheitsbildes annehmen. Die Ursache der Schmerzen lässt sich hier unter Umständen nicht mehr feststellen oder besteht nicht mehr, sodass eine ursächliche Behandlung zumeist nicht möglich ist. Die Nerven senden anhaltend Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl kein Reiz mehr vorhanden ist. Die Nervenzellen haben eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt.

Neuropathische Schmerzen

Neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) entstehen als Folge einer Schädigung oder Erkrankung von Nervenstrukturen. Je nach Ursache kann diese Schädigung das periphere Nervensystem (Nerven in Armen und Beinen) oder auch das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betreffen. Eine der häufigsten Ursachen für periphere neuropathische Schmerzen ist zum Beispiel Diabetes mellitus – Mediziner sprechen in so einem Fall auch von diabetischer Polyneuropathie. Auch andere Ursachen können zu einer Polyneuropathie führen, so zum Beispiel ein übermäßiger Alkoholkonsum, bestimmte Medikamente (z.B. bei Chemotherapie) oder ein Vitamin-B12-Mangel. Entstehen die neuropathischen Schmerzen durch geschädigte oder verletzte Nerven im Gehirn oder im Rückenmark, sprechen Mediziner von sogenannten zentralen neuropathischen Schmerzen. Beispiele hierfür sind  etwa Erkrankungen wie die multiple Sklerose (MS) oder ein Schlaganfall.

Psychosomatische Einflüsse

Der Begriff "psychosomatisch" umfasst die Wörter psyche (Seele) und soma (Körper). Psychosomatische Erkrankungen sind damit die Äußerung psychischer Probleme oder Krankheiten, die sich durch körperlichen Beschwerden zeigen. Im Verlauf psychischer Erkrankungen , beispielsweise einer Depression, kommt es bei einigen Betroffenen zu Schmerzempfindungen. Die Ursache der Schmerzen liegt hier jedoch nicht im Körper, sondern ist eher auf psychische Faktoren zurückzuführen. Umgekehrt können anhaltende Schmerzen aber auch selbst eine Depression verursachen.

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Das vegetative Nervensystem bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. So kann es bei Angst- oder Stresssituationen beispielsweise zu erhöhtem Herzschlag und gesteigerter Durchblutung kommen. Dauert die Überbelastung zu lange an, können psychosomatische (somatoforme) Störungen auftreten. Äußern sich diese in dauerhaften Schmerzen, so entsteht wiederum eine Stresssituation und der Teufelskreis schließt sich.

Unabhängig von der Ursache führt Schmerz zu einer reflexhaften Spannung in der jeweiligen Muskelpartie. Diese wiederum verursacht erneuten Schmerz, der weitere Muskelanspannungen nach sich zieht. Grundsätzlich bewirkt Stress eine erhöhte Muskelspannung. Es hat sich gezeigt, dass Schmerzpatienten eine stärkere Neigung haben, auf Stress mit Muskelspannung zu reagieren und auch längere Zeit brauchen, um diese Anspannung abzubauen. Sie zeigen also eine besondere Anfälligkeit für diesen Teufelskreis von Muskelspannung und Schmerzen.

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