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Schmerzen

Beeinflussung des Schmerzverhaltens

Stand: 30. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Um die Einnahme von Schmerzmitteln zu reduzieren, sollten Schmerzpatienten Medikamente nicht nach Bedarf, sondern nach einem festen Zeitschema einnehmen. Zunächst soll der Betroffene dazu angeben, wie lang bei ihm der kürzeste schmerzfreie Zeitraum ist. Anfänglich erhält er dann immer nach diesem Zeitabschnitt Schmerzmittel, unabhängig davon, ob zu diesem Zeitpunkt Schmerzen vorliegen. Nach und nach wird dieser Zeitraum langsam gestreckt. Denn nimmt man die Schmerzmedikamente immer bei Bedarf ein, wird der Betroffen durch die Schmerzfreiheit "belohnt" – es besteht die Gefahr einer Abhängigkeit.

Manchmal wird auch die Einnahme eines "Schmerzcocktails" vereinbart, bei dem die Medikamente zum Beispiel mit Kirschsirup gemischt werden. Der Medikamentenanteil wird dann bei gleichbleibendem Kirschgeschmack langsam verringert, sodass der Betroffene nicht weiß, wie hoch die gegenwärtige Dosierung ist.

Um dem Schon- und Rückzugsverhalten entgegenzuwirken, ist es sinnvoll, allmählich körperliche Aktivitäten in den Alltag einzubauen. Zu diesem Zweck werden Aktivitäten in überschaubare Arbeitseinheiten eingeteilt und schrittweise gesteigert. Der Betroffene soll hierbei die Aktivitäten protokollieren und die Arbeitseinheiten möglichst zu Ende führen, auch wenn vorher Schmerzen auftreten. So soll er lernen, realistische Arbeitsabschnitte und Pausen zu planen. Fortschritte sollten Ärzte und Angehörige würdigen und den Betroffenen entsprechend bestärken. Es ist jedoch wichtig, darauf zu achten, das Schmerzverhalten nicht durch gesteigerte Aufmerksamkeit zu verstärken. Hier ist es besonders wichtig, Angehörige mit einzubinden und die Behandlungsfortschritte so auch in den Alltag zu übertragen. Die Erfolgsaussichten sinken, wenn ein Patient in der Therapie zwar für seine Aktivitätssteigerung belohnt wird, er zuhause aber weiterhin von seiner Schonhaltung profitiert, weil seine Umgebung ihn auf sein Schmerzverhalten hin von unangenehmen Pflichten entlastet.

Weiterlesen: Schmerzen: Therapie – Schmerzbezogene Kognition

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