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Schmerzen: Definition

Veröffentlicht von: Till Hansmeier (27. Juni 2013)

Die International Association for the Study of Pain (Internationale Schmerzgesellschaft) liefert für Schmerzen folgende Definition: "... ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird".

Typische Formen von Schmerzen:

Akuter Schmerz signalisiert dem Körper, dass eine akute Gefahr besteht, beispielsweise eine Verletzung. Bei akuten Schmerzen ist die Ursache daher meist eindeutig erkennbar und lässt sich daher gezielt behandeln.

Chronischer Schmerz nimmt im Unterschied zum akuten Schmerz mit der Zeit die Form eines eigenen Krankheitsbildes an. Die Ursache der Schmerzen lässt sich meist nicht mehr feststellen oder besteht nicht mehr, so dass eine ursächliche Behandlung zumeist nicht möglich ist. Die Nerven senden anhaltend Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl kein Reiz mehr vorhanden ist. Die Nervenzellen haben eine Art Schmerzgedächtnis entwickelt. Die Zeitgrenze, ab der schmerzhafte Empfindungen als chronische Schmerzen gelten, liegt bei sechs Monaten.

Neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) entstehen dann, wenn Nervengewebe – zum Beispiel durch Erkrankungen wie Diabetes mellitus – Schaden nimmt. Je nach Ursache kann diese Schädigung das periphere (entfernt liegende) oder auch das zentrale Nervensystem (ZNS) (Gehirn und Rückenmark) betreffen. Ein typisches Beispiel für neuropathische Schmerzen aufgrund peripherer Nervenverletzungen sind die sogenannten Phantomschmerzen. Hier sind durch eine operative oder auch unfallbedingte Amputation die peripheren Nerven durchtrennt. Nervenschmerzen, deren Ursachen zentral – also im ZNS – liegen, können bei Erkrankungen wie der multiplen Sklerose (MS) oder nach einem Schlaganfall (Hirninfarkt) auftreten.

Im Verlauf psychischer Erkrankungen, beispielsweise einer Depression, kommt es bei einigen Betroffenen zu Schmerzempfindungen. Die Ursache der Schmerzen liegt hier jedoch nicht im Körper, sondern ist eher auf psychische Faktoren zurückzuführen. Umgekehrt können anhaltende Schmerzen aber auch selbst eine Depression verursachen.

Häufige Schmerzen sind:

Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen sowie bei länger anhaltenden Schmerzen, die mit weiteren Beschwerden (z.B. Fieber) einhergehen, ist es wichtig, rechtzeitig einen Arzt aufzusuchen, um Komplikationen zu vermeiden!

Schmerzleitung

Schmerzrezeptoren (med. Fachbegriff: Nozizeptoren) leiten Reize an das zentrale Nervensystem (ZNS, also Gehirn und Rückenmark) weiter. Die Rezeptoren reagieren dabei auf Temperaturreize (Hitze und Kälte), chemische und mechanische Reize (z.B. Druck, Verletzungen).

Die erste Verarbeitung der Signale erfolgt im Rückenmark und löst häufig einen Reflex aus, der eine schnelle Reaktion möglich macht. Dies dient als Schutz, um den Körper aus der Gefahrensituation zu entfernen. So zieht man etwa bei Verbrennungen automatisch die Hand von der heißen Gefahrenquelle zurück. Die von den Schmerzrezeptoren kommenden Informationen gelangen über Nervenbahnen zum Gehirn, das sie weiter verarbeitet – auf diese Weise entsteht ein individuelles Schmerzempfinden.

Schmerzempfindung (Nozizeption)

Das Schmerzempfinden (sog. Nozizeption) ist immer individuell ausgeprägt. Über körpereigene Botenstoffe – zum Beispiel durch sogenannte Endorphine – ist der Körper in bestimmten Situationen in der Lage, das Schmerzempfinden zu dämpfen. Einige Schmerzmittel machen sich diesen Mechanismus zunutze.

Häufigkeit

Viele Menschen gehen mit Schmerzen, insbesondere mit chronischen Schmerzen, nicht zum Arzt. Daher ist eine genaue Angabe über die Häufigkeit kaum möglich. Besonders häufig kommen jedoch Kopfschmerzen, Rücken- und Gelenkschmerzen vor.






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