Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur): Konservative und operative Therapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (03. März 2016)

Bei einem Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) kann die Therapie grundsätzlich konservativ (d.h. nicht-operativ) oder operativ erfolgen. Welche Maßnahmen letztendlich am besten geeignet sind, um ein gebrochenes Schlüsselbein zu behandeln, entscheidet sich im Zuge der genauen Beurteilung des Bruchs im Röntgenbild.

Meistens (in 98 Prozent der Fälle) reichen bei einem Schlüsselbeinbruch zur Therapie nicht-operative Maßnahmen aus. Nur bei einer schwerwiegenden Klavikulafraktur, wenn die Knochenbruchstücke stark verschoben oder gleichzeitig Blutgefäße und Nerven verletzt sind, ist die Operation das bevorzugte Verfahren.

Konservative Therapie

Die konservative Therapie der Klavikulafraktur besteht darin, das gebrochene Schlüsselbein ruhig zu stellen – entweder mit einer Armschlinge oder mit einem sogenannten Rucksackverband: Bei Letzterem legt der Arzt Ihnen einen Zugverband um beide Schultern, den er am Rücken straff anzieht und befestigt. Die Schultern sind dadurch nach hinten gezogen. Auf diese Weise gelingt es, die gebrochenen Knochen zu richten und zu halten. In der ersten Woche ist es ratsam, den Rucksackverband täglich nachzuziehen. Außerdem ist es wichtig, die Position des Verbands regelmäßig zu kontrollieren.

Beim Schlüsselbeinbruch beträgt die Heilungsdauer etwa 6 bis 8 Wochen. Die konservative Therapie der Klavikulafraktur mit Rucksackverband oder Schlinge ist etwa 3 bis 4 Wochen lang nötig. Im Anschluss daran ist eine Krankengymnastik (Physiotherapie) hilfreich, um die vollständige Beweglichkeit der Schulter wiederherzustellen.

Operation

Unter Umständen erfordert ein Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) zur Therapie eine Operation. Dies gilt in jedem Fall, wenn gleichzeitig die unter dem Schlüsselbein liegenden Blutgefäße oder Nerven verletzt sind. Auch wenn ein offener Bruch am Schlüsselbein vorliegt oder die Knochenbruchstücke stark verschoben sind, ist eine operative Behandlung unumgänglich. Außerdem macht ein Schlüsselbeinbruch eine Operation notwendig, wenn er nach vier- bis fünfwöchiger konservativer Behandlung immer noch Beschwerden bereitet.

Das Bild zeigt eine Röntgenaufnahme eines operierten Schlüsselbeins nach einem Schlüsselbeinbruch. © iStock

Bei einem schwerwiegenden Schlüsselbeinbruch kann eine Operation notwendig sein. Der Chirurg fixiert dabei das gebrochene Schlüsselbein mit einer Platte, die für ein bis zwei Jahre im Körper verbleibt.

Die operative Schlüsselbeinbruch-Therapie findet unter Vollnarkose statt. Die Operation beginnt damit, dass der Operateur die Klavikulafraktur freilegt und den Knochen in seine ursprüngliche Lage zurückführt. Gleichzeitig versorgt er eventuell verletzte Gefäße. Anschließend fixiert er die Bruchenden in ihrer korrekten Lage: Hierzu sind zum Beispiel Metallplatten geeignet, die der Operateur durch Schrauben mit den Knochen verbindet (Plattenosteosynthese) und die nach etwa einem halben bis einem Jahr wieder entfernt werden – oder eine Drahtschlinge, die etwa sechs Wochen im Knochen verbleibt.

Nach der Operation erhalten Sie für drei bis vier Tage einen sogenannten Gilchrist-Verband, der Ihren Arm fixiert und so das Schultergelenk ruhig stellt.

Liegt der Schlüsselbeinbruch im äußeren Drittel des Schlüsselbeins, können bei der operativen Therapie auch sogenannte Hakenplatten zum Einsatz kommen, die etwa für die Dauer von acht Wochen an Ort und Stelle verbleiben. Solange das Material nach der Operation der Klavikulafraktur noch nicht wieder entfernt ist, dürfen Sie das Schultergelenk nur eingeschränkt bewegen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst