Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur): Definition, Häufigkeit & Klassifikation

Veröffentlicht von: Till von Bracht (03. März 2016)

Definition

Der Schlüsselbeinbruch (bzw. Klavikulafraktur) ist eine Knochenverletzung im Schultergürtel. Beim Schlüsselbeinbruch ist das Schlüsselbein beziehungsweise die Klavikula gebrochen: Dies ist der etwa handlange Röhrenknochen, der das Schulterblatt mit dem Brustkorb am Brustbein verbindet. In den meisten Fällen entstehen dabei schräg verlaufende Brüche und Keilfrakturen, bei denen sich zwei Hauptbruchstücke und ein sogenannter Biegungskeil bilden.

Häufigkeit

Der Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) tritt mit großer Häufigkeit auf: Etwa 60 von 100.000 Menschen brechen sich jedes Jahr das Schlüsselbein. Damit ist nur ein einziger Knochenbruch (Fraktur) häufiger als der Schlüsselbeinbruch – und zwar der Speichenbruch.

Der Schlüsselbeinbruch weist besonders bei Kindern eine große Häufigkeit auf: Über 85 Prozent aller Klavikulafrakturen passieren vor dem 10. Geburtstag. Und im Alter von bis zu 5 Jahren ist das Schlüsselbein sogar öfter gebrochen als jeder andere Knochen.

Klassifikation

Ein Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) kann verschiedene Brucharten und Bruchstellen aufweisen. Dementsprechend kann man beim Schlüsselbeinbruch verschiedene Frakturtypen unterscheiden. Per Definition erfolgt eine Einteilung oder Klassifikation in die vier folgenden Typen:

  • Typ 1: stabile Fraktur außerhalb (lateral) der Bänder (schultergelenksnah)
  • Typ 2: instabile Fraktur zwischen den äußeren Bändern mit Verschiebung des inneren Schlüsselbeinbruchstücks nach oben (kopfwärts) durch Muskelzug des Kopfwendemuskels (Musculus sternocleidomastoideus)
  • Typ 3: instabile Fraktur innerhalb der äußeren Bandansätze, Fraktur nahe am mittleren Drittel des Schlüsselbeins
  • Typ 4: Besonderheit der kindlichen Schlüsselbeinfraktur, bei welcher der äußere weiche Knochenmantel verschoben, jedoch nicht durchtrennt ist

Überwiegend – in etwa 80 Prozent der Fälle – tritt der Schlüsselbeinbruch im mittleren Teilstück des Schlüsselbeins auf, da dort der Durchmesser des Knochens am geringsten ist. Bei einer solchen Klavikulafraktur in der Schaftmitte können sich die Bruchenden durch Muskelzug des Kopfwendemuskels (Musculus sternocleidomastoideus) verschieben.

In seinen äußeren Bereichen ist das Schlüsselbein nur selten gebrochen, da der Knochen dort dicker und zudem durch zahlreiche Bänder stabilisiert ist.


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