Schleudertrauma: Ursachen

Veröffentlicht von: Till von Bracht (14. April 2016)

Die mit Abstand häufigste Ursache für ein Schleudertrauma ist der Auffahrunfall. Beim Auffahren mit dem Auto auf ein Hindernis wenn ein anderes Auto von hinten auffährt, wird der Kopf nach vorne beziehungsweise nach hinten geschleudert und die Halswirbelsäule (HWS) dabei gewaltsam gebeugt oder überstreckt. Unmittelbar auf dieses Trauma folgt ein zweites, welches in der entgegengesetzten Richtung verläuft (sog. Contrecoup).

Für ein Schleudertrauma kommen aber auch andere Ursachen infrage: Hierzu zählen nicht nur Auto-, sondern auch Sportunfälle. Sportarten mit einem erhöhten Risiko sind beispielsweise:

  • Boxen
  • Karate
  • Judo
  • Ringen

Nicht zu vergessen sind auch "Vergnügungsunfälle", beispielsweise beim Achterbahn- oder Autoscooterfahren.

Das Bild zeigt einen Mann, der sich nach einem Auffahrunfall den Kopf hält. © iStock

Die mit Abstand häufigste Ursache für ein Schleudertrauma: ein Auffahrunfall. Die Beschleunigung nach vorne kommt für den Vordermann so unerwartet, dass sein Kopf nach hinten in die Kopfstütze "geschleudert" wird.

Ein typisches Beispiel: Sie stehen mit Ihrem Auto an einer roten Ampel und wollen rechts abbiegen. Kurz nachdem Sie angefahren sind, müssen Sie noch einmal abbremsen, weil sich auf dem Fahrradweg neben Ihnen noch ein Radfahrer befindet. Ihr Hintermann bemerkt dies zu spät und fährt hinten auf. Der Heckaufprall bewirkt, dass das Fahrzeug und Ihr Rumpf ruckartig nach vorne beschleunigt werden.

Ihr Kopf jedoch "reagiert" etwas langsamer und wird nach hinten bis in die Kopfstütze gedrückt – dies ist das physikalische Gesetz der Trägheit der Masse. Dabei kommt es zu einer Überstreckung der Halswirbelsäule, was dazu führt, dass sich die beteiligten Muskeln reflektorisch zusammenziehen (als Schutz vor weiteren Verletzungen). 

Erst danach – wenn die Beschleunigung des Fahrzeugs schon wieder abnimmt – bewegt sich auch der Kopf nach vorne. Die Vorwärtsbewegung des Rumpfes wird schließlich durch den Sicherheitsgurt gebremst. Der Kopf aber schwingt weiter nach vorne, wodurch es zu einer Beugung der Halswirbelsäule kommt. Diese Phase gilt allerdings als energiearm, sodass sie als Ursache für ein Schleudertrauma nicht in Betracht gezogen werden kann. 

Es handelt sich beim Schleudertrauma um einen komplexen Verletzungsmechanismus, bei dem verschiedene Biege- und Scherkräfte wirken. Diese können selten ernstere, meist jedoch minimale Verletzungen hervorrufen, die mit Muskelverspannungen und Nackenschmerzen einhergehen.

Teilweise können die in der Folge auftretenden Schmerzen auch psychosomatischer Natur sein, das heißt die psychische Komponente wirkt sich auf den Körper und die Schmerzen aus. Zu welchem Anteil körperliche Folgen und psychische Faktoren eine Rolle spielen, ist noch nicht vollständig entschlüsselt.


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