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Schizophrenie: Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. März 2015)

Bei Schizophrenie ist der Verlauf der Erkrankung von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Viele Betroffene zeigen bereits Monate bis Jahre vor dem Ausbruch der Schizophrenie erste Anzeichen, die allerdings nicht offenkundig auf eine Schizophrenie hindeuten. Sie ziehen sich beispielsweise in dieser Zeit aus ihrem sozialen Umfeld zurück, wirken distanziert, sind häufig depressiv und nehmen die Realität bereits verzerrt wahr. Dieses Vorstadium der Schizophrenie bezeichnen Psychiater als Prodromalphase.

Beim akuten Ausbruch der Schizophrenie treten die Symptome Wahn, Halluzination, Ich-Störungen, Denkstörungen und/oder Beeinträchtigungen der Gefühle und des Antriebs bei jedem Betroffenen in unterschiedlichen Ausprägungen und Kombinationen auf. Diese akute Krankheitsphase der Schizophrenie dauert Wochen bis Monate und klingt danach im weiteren Verlauf wieder ab.

Etwa ein Drittel der Betroffenen wird nach einer ersten schizophrenen Episode wieder vollständig gesund.

Der Verlauf der Schizophrenie kann aber auch in Schüben erfolgen. Die Gefahr liegt darin, dass nach jedem Schub, also nach jedem erneuten Ausbruch der Schizophrenie, bestimmte Symptome dauerhaft (chronisch) bestehen bleiben (sog. Chronifizierung). Vor allem sogenannte Minussymptome (Negativsymptome) schränken Betroffene dann zunehmend ein. Zu den Negativsymptomen gehören zum Beispiel:

In seltenen Fällen bilden sich auch Symptome wie Wahn oder Halluzination (sog. Positivsymptomatik) nicht mehr vollständig zurück.

Bei ungefähr jedem dritten Betroffenen tritt die Schizophrenie im Verlauf immer wieder auf – die Symptome verschwinden aber mit einer entsprechenden Behandlung fast vollständig. Bei einem weiteren Drittel der Personen mit Schizophrenie treten im Verlauf dauerhaft Symptome wie anhaltender Wahn oder Halluzinationen auf.

Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Umstände den Verlauf einer Schizophrenie günstig beeinflussen, zum Beispiel:

  • Bricht eine Schizophrenie akut aus (z.B. infolge eines traumatischen Erlebnisses), ohne dass die Betroffenen im Vorfeld Anzeichen dafür zeigten, deutet dies auf eine günstige Prognose hin.
  • Eine früh beginnende Behandlung einer Schizophrenie mit Neuroleptika beugt ebenfalls in der Regel einem chronischen Verlauf vor.
  • Günstig für den Verlauf sind auch Lebensumstände wie eine feste Partnerschaft und ein gutes soziales Netzwerk.


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