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Schizophrenie

Schizophrenie: Verlauf

(Stand: 26. Februar 2009)

Viele Betroffene zeigen bereits Monate bis Jahre vor dem Ausbruch der Schizophrenie erste Anzeichen, die allerdings nicht offenkundig auf eine Schizophrenie hindeuten. Sie ziehen sich beispielsweise in dieser Zeit aus ihrem sozialen Umfeld zurück, wirken distanziert, sind häufig depressiv und nehmen die Realität bereits verzerrt wahr. Dieses Vorstadium der Schizophrenie bezeichnen Psychiater als Prodromalphase.

Beim akuten Ausbruch der Schizophrenie treten die Symptome Wahn, Halluzination, Ich-Störungen, Denkstörungen und/oder Beeinträchtigungen der Gefühle und des Antriebs bei jedem Betroffenen in unterschiedlichen Ausprägungen und Kombinationen auf. Diese akute Krankheitsphase dauert Wochen bis Monate und klingt danach wieder ab.

Etwa 40 Prozent gesunden nach einem oder wenigen schizophrenen Episoden wieder vollständig.

Der Verlauf der Schizophrenie kann aber auch in Schüben erfolgen. Die Gefahr liegt darin, dass nach jedem Schub, also nach jedem erneuten Ausbruch der Schizophrenie, bestimmte Symptome dauerhaft (chronisch) bestehen bleiben (sog. Chronifizierung). Vor allem sogenannte negative Symptome schränken Betroffene dann zunehmend ein. Zu den negativen Symptomen gehören zum Beispiel mangelnder Antrieb, depressive Verstimmungen, Verlust von Interessen und Störungen der Konzentration sowie Gefühlsarmut. In ganz seltenen Fällen bilden sich auch Symptome wie Wahn oder Halluzination (sog. Positivsymptomatik) nicht mehr vollständig zurück.

Allerdings sind schwere chronische Verläufe die Ausnahme (5%). Bei etwa 40 Prozent bleibt dauerhaft eine leichte Restsymptomatik zurück.

Forschungen zeigen, dass bestimmte Umstände den Verlauf einer Schizophrenie positiv beeinflussen. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Bricht eine Schizophrenie akut aus, ohne dass die Betroffenen im Vorfeld Anzeichen dafür zeigten, deutet dies auf eine günstige Prognose hin.
  • Eine früh beginnende Behandlung einer Schizophrenie mit Neuroleptika beugt ebenfalls in der Regel einen chronischen Verlauf vor.
  • Günstig für den Verlauf sind auch Lebensumstände wie eine feste Partnerschaft und ein gutes soziales Netzwerk.

Weiterlesen: Schizophrenie: Vorbeugen

Autor: Onmeda Redaktion

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

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