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Schizophrenie

Psychosoziale Faktoren

Stand: 21. September 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die Annahme, dass Probleme und Störungen im Miteinander der Familie, in der Partnerschaft oder im Berufsleben (sog. psychosoziale Bedingungen) eine Schizophrenie begünstigen, ist wissenschaftlich nicht belegt. Man vermutet, dass diese Faktoren allenfalls den Verlauf der Erkrankung beeinflussen. So erleiden beispielsweise mehr Betroffene einen Rückfall, die von ihren Familien übermäßig behütet werden.

Außerdem tritt die Schizophrenie häufig in Lebensphasen auf, in denen Betroffene große Umbrüche bewältigen müssen. Zum Beispiel erkranken oft Pubertierende und Menschen, die ins Berufsleben einsteigen.

Biochemische Erklärungen

Schizophrenie hat vermutlich auch biochemische Ursachen: In einer bestimmten Hirnregion (dem mesolimbischen System) reagieren bei Menschen mit Schizophrenie Andockstellen für Dopamin überempfindlich. Bei Dopamin handelt es sich um einen Botenstoff des Nervensystems, einen sogenannten Neurotransmitter. Neurotransmitter übermitteln Nervenimpulse von einer Nervenzelle (Neuron) zur nächsten.

Auch wenn diese sogenannte Dopamin-Hypothese nicht ausreichend belegt ist, spricht doch einiges dafür, dass Dopamin an der Entstehung der Schizophrenie beteiligt ist.

Als wichtigstes Argument für den Einfluss des Dopamins gilt die Wirksamkeit der Neuroleptika. Neuroleptika sind Medikamente, die Ärzte unter anderem bei der Therapie der Schizophrenie einsetzen. Sie verhindern, dass Dopamin an Dopamin-Rezeptoren andockt. Neuroleptika bewirken vor allem einen Rückgang von Wahn oder Halluzinationen. Diese Wirkweise der Neuroleptika untermauert die Dopamin-Hypothese.

Neuroanatomische Befunde

Zumindest bei einem Teil der von Schizophrenie Betroffenen kommen auch Besonderheiten im Aufbau des Gehirns als Ursachen infrage: So ist in einigen Fällen eine mit Gehirnflüssigkeit gefüllte Kammer im Gehirn (Ventrikel) erweitert. Zudem konnten Forscher eine veränderte Hirndurchblutung feststellen. Diese neuroanatomischen Befunde erklären möglicherweise die typischen Denkstörungen vieler Betroffener.

Drogen

Sogenannte Halluzinogene wie zum Beispiel LSD oder Meskalin können eine schizophrene Psychose auslösen.

Außerdem gibt es Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Schizophrenie: Bei regelmäßigem Konsum kann Cannabis eine Schizophrenie hervorrufen. Menschen mit der Veranlagung zur Schizophrenie, die regelmäßig Cannabis konsumieren, erkranken im Durchschnitt früher. Bei Schizophrenen kann häufiger Cannabiskonsum außerdem akute Krankheitsschübe auslösen.

Weiterlesen: Schizophrenie: Symptome

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