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Schizophrenie: Was ist Schizophrenie?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Dezember 2016)

Die Schizophrenie ist eine Psychose. Zu den Psychosen zählen verschiedene Erkrankungen, bei denen das eigene Erleben und die Wahrnehmung gestört sind.  

Typisch für eine Psychose wie der Schizophrenie sind

  • Realitätsverlust,
  • Wahrnehmungsstörungen,
  • Denkstörungen,
  • Probleme mit der Sprache,
  • Antriebsstörungen und
  • motorische Störungen.

Der Beginn einer Schizophrenie ist oft schleichend – daher wird die Erkrankung oft erst spät erkannt. Nach belastenden Lebensereignissen kann sich eine Schizophrenie aber auch sehr plötzlich mit teilweise heftigen Symptomen zeigen.  

Eine Schizophrenie tritt häufig in Schüben auf, das heißt: Die Betroffenen verfallen für eine bestimmte Zeit in einen psychotischen Zustand, zum Beispiel hören sie Stimmen oder haben Wahnvorstellungen. Nach einigen Wochen bis Monaten klingen die Symptome vollständig oder teilweise ab.

Schizophrenie: Keine gespaltene Persönlichkeit
Schizophrenie wird im Volksmund manchmal mit der Bezeichnung "gespaltene Persönlichkeit" gleichgesetzt – möglicherweise liegt das daran, dass Mediziner die Schizophrenie früher als "Spaltungsirresein" bezeichnet haben. Mit einer Persönlichkeitsspaltung hat die Schizophrenie jedoch nichts zu tun: Wenn ein Mensch mehrere Persönlichkeiten in sich vereint, spricht man von einer dissoziativen Identitätsstörung (auch: multiple Persönlichkeitsstörung). Diese Störung wird sehr selten diagnostiziert. Bei Schizophrenie ist die Persönlichkeit nicht "gespalten", vielmehr sind das innere Erleben und die Wahrnehmung der Umwelt stark gestört.

Häufigkeit

Statistiken zufolge erkrankt etwa eine von 100 Personen in ihrem Leben an einer Schizophrenie. Das heißt: Die Wahrscheinlichkeit eines Menschen, im Laufe seines Lebens schizophren zu werden, beträgt etwa 1 Prozent. Frauen und Männer sind etwa gleich häufig betroffen, wobei Männer im Durchschnitt fünf Jahre früher an Schizophrenie erkranken als Frauen.

Bei den meisten Betroffenen hat sich die Schizophrenie zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr entwickelt.

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Formen

Bei einer schizophrenen Psychose können ganz unterschiedliche Symptome auftreten, auch kann die Erkrankung stark oder weniger eher mild sein. Ärzte unterscheiden zwischen verschiedenen Typen der Schizophrenie, die auch ineinander übergehen können. Hierzu zählen unter anderem

  • die paranoide Schizophrenie, bei der Wahnvorstellungen und Halluzinationen im Vordergrund stehen,
  • die katatone Schizophrenie, bei der vor allem die Motorik gestört ist,
  • die hebephrene Schizophrenie, bei der vorwiegend das Gefühlsleben beeinträchtigt ist und
  • die Schizophrenia simplex, bei der sich die Symptome schleichend über einen längeren Zeitraum entwickeln und milder ausgeprägt sind.

Paranoide Schizophrenie

Bei der paranoiden Schizophrenie handelt es sich um die häufigste Form der Schizophrenie. Im Vordergrund stehen bei der paranoiden Schizophrenie vor allem beständige und häufige Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Betroffene glauben beispielsweise, Außerirdische oder Geister würden sie beobachten und mit ihnen reden oder sie sind der Überzeugung, dass sie verfolgt werden oder dass ihre Gedanken abgehört werden. 

Menschen mit paranoider Schizophrenie sind häufig überzeugt, verfolgt zu werden. © iStock

Menschen mit paranoider Schizophrenie sind häufig überzeugt, verfolgt zu werden.

Hebephrene Schizophrenie

Die hebephrene Form der Schizophrenie beginnt häufig im Jugendalter. Typisch sind Affektstörungen: Charakteristisch ist der "läppische Affekt": Der Schizophrene verhält sich unangemessen heiter, unreif und albern, z.B. lacht er immer wieder, obwohl kein Grund dazu vorliegt. Weitere häufige Symptome der hebephrenen Schizophrenie sind Denkstörungen oder ein flapsiges, unberechenbares Auftreten.  

Katatone Schizophrenie

Bei der katatonen Schizophrenie stehen Bewegungsstörungen im Fokus. So ist der Patient beispielsweise wie erstarrt und bewegungslos (sog. Stupor). Auf der anderen Seite kann es vorkommen, dass der Betroffene sehr unruhig ist und immer wieder bestimmte Bewegungen wiederholen muss – zum Beispiel schaukelt er mit dem Oberkörper hin und her.

Schizophrenia simplex

Die Schizophrenia simplex entwickelt sich meist schleichend. Die intellektuelle Leistungsfähigkeit verringert sich allmählich, die Konzentrationsfähigkeit nimmt ab und die Person interessiert sich immer weniger für Dinge, die ihr früher wichtig waren und zieht sich zurück. Auf Außenstehende wirken die Betroffenen "merkwürdig" und "verschroben". Halluzinationen und Wahnvorstellungen treten bei der Schizophrenia simplex nicht auf.

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