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Schistosomiasis (Bilharziose): Therapie

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (09. Juni 2015)

Bei der Schistosomiasis (Bilharziose) zielt die Therapie darauf ab, die für die Wurmerkrankung verantwortlichen Parasiten (sog. Pärchenegel bzw. Schistosoma) direkt zu bekämpfen. Für diese ursächliche Behandlung steht der Wirkstoff Praziquantel in Tablettenform zur Verfügung. Dieses Wurmmittel ist gegen alle Arten von Schistosomen wirksam, die den Menschen krank machen können (also menschenpathogen sind).

Die Dosierung des Wurmmittels gegen die Schistosomiasis und die Dauer der Behandlung sind je nach Erregertyp unterschiedlich.

Die Therapie der Schistosomiasis mit Praziquantel ist nur mit wenigen Nebenwirkungen verbunden: Es können Schwindel, Benommenheit, Bauchschmerzen, Fieber und selten ein juckender Hautausschlag (Nesselsucht) auftreten. Wenn der Erreger Schistosoma haematobium hinter der Bilharziose steckt, kann zur Behandlung alternativ das Mittel Metrifonat zum Einsatz kommen, während gegen Schistosoma mansoni auch Oxamniquin wirksam ist. In der Regel sind beide Mittel in Deutschland aber nicht erhältlich. In jedem Fall ist es ratsam, den Behandlungserfolg durch mehrere Kontrolluntersuchungen (Stuhl-, Urin- und/oder Blutuntersuchungen, evtl. bildgebende Verfahren) in mehrmonatigem Abstand zu überprüfen.

Es ist ratsam, bei der Schistosomiasis die Therapie mit Praziquantel erst drei Monate nach der Infektion zu beginnen. Dies hat zwei Gründe: Erstens sind die Würmer in der Frühphase der Wurmkrankheit noch nicht ausgereift – und gegen unreife Würmer wirkt Praziquantel schlecht. Zweitens kann sich Ihr Zustand in der Frühphase der Bilharziose durch Praziquantel verschlechtern.

Wenn Sie in diesen ersten drei Monaten ein Katayama-Fieber mit Schüttelfrost, Fieber, Husten und Kopfschmerzen entwickeln, ist es notwendig, die Schistosomiasis in einem Krankenhaus zu behandeln, in dem in Tropenmedizin erfahrene Ärzte arbeiten: Dort erhalten Sie nach Bedarf Medikamente, die auf die Symptome der Wurmerkrankung abzielen (Kortikoide, Antihistaminika). Drei Monate nach der vermuteten Infektion bekommen Sie dann auch Praziquantel, um die Ursachen der Bilharziose zu bekämpfen.



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