Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bildet die Schilddrüse zu wenig Schilddrüsenhormone. Frauen sind häufiger von der recht weit verbreiteten Hypothyreose betroffen als Männer. In den meisten Fällen führt eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse zu der Schilddrüsenunterfunktion (chronische Schilddrüsenentzündung Hashimoto). Die Symptome einer Hypothyreose sind vielfältig – Müdigkeit, Leistungsknick und Veränderungen an Haut und Haaren stehen im Vordergrund.
Die Schilddrüse ist ein schmetterlingsförmiges Organ unterhalb des Kehlkopfs, das zwei Schilddrüsenhormone produziert: Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Sie beeinflussen unterschiedliche Stoffwechselvorgänge des Körpers. Bei einem Mangel an Schilddrüsenhormonen arbeitet der Stoffwechsel langsamer und die Leistungsfähigkeit nimmt ab. Bei Erwachsenen kommt es durch die Schilddrüsenunterfunktion zum Beispiel zu Müdigkeit, Gewichtszunahme, verlangsamtem Puls (Bradykardie), Kälteempfindlichkeit, trockener Haut und Antriebsarmut.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens entwickeln (sog. erworbene Unterfunktion der Schilddrüse). Weiterhin unterscheidet man eine weniger schwach ausgeprägte (latente) von einer ausgeprägten (manifesten) Form der Hypothyreose. Unbehandelt behindert eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion die geistige und körperliche Entwicklung des Neugeborenen beziehungsweise Kindes und führt im Extremfall zum sogenannten Kretinismus. Aufgrund einer gesetzlich vorgeschriebenen Reihenuntersuchung (Screening) aller Neugeborenen kommt dies in Deutschland (und anderen medizinisch gut versorgten Ländern) heutzutage nur noch äußerst selten vor, da sich der Diagnose der Hypothyreose direkt eine Behandlung anschließt.
| Häufigste Ursache für eine erworbene Unterfunktion der Schilddrüse ist die Zerstörung oder der Verlust des Schilddrüsengewebes, etwa durch eine Autoimmunerkrankung, bei der Abwehrzellen das Gewebe der Schilddrüse angreifen (Hashimoto-Thyreoiditis) und so eine Hypothyreose verursachen. |
Um eine Schilddrüsenunterfunktion festzustellen, fragt der Arzt den Betroffenen nach seinen Beschwerden und seiner medizinischen Vorgeschichte (Anamnese) und untersucht ihn körperlich, indem er zum Beispiel die Schilddrüse abtastet. Zudem wird die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut bestimmt und das Organ mit Ultraschall untersucht.
Die Therapie einer Hypothyreose erfolgt durch Medikamente (L-Thyroxin, Levothyroxin), die den Mangel an Hormonen ausgleichen. Nehmen Betroffene die Medikamente in korrekter Dosierung regelmäßig ein, bleiben sie genauso leistungsfähig wie Personen mit einer gesunden Schilddrüse. Auch die Lebenserwartung wird durch eine Schilddrüsenunterfunktion nicht beeinträchtigt.
Unter einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) versteht man eine Unterversorgung des Körpers mit den Schilddrüsenhormonen Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Die Schilddrüse produziert zu wenig Schilddrüsenhormone, um den Bedarf des Körpers zu decken.
Ärzte unterscheiden zwei Ausprägungen der Schilddrüsenunterfunktion: die subklinische oder latente Hypothyreose sowie die manifeste Hypothyreose. Welche Form vorliegt, richtet sich vor allem danach, wie hoch die Konzentration bestimmter Hormone im Blut ist.
Davon abhängig, wann eine Schilddrüsenunterfunktion auftritt, unterscheiden Fachleute die angeborene von der erworbenen Schilddrüsenunterfunktion. Ferner spielt es eine Rolle, wie es zu der Unterfunktion der Schilddrüse kommt.
Die Schilddrüsenunterfunktion zählt zu den häufigsten hormonellen Erkrankungen.
| Etwa 1 bis 2 von 200 Menschen (entspricht 0,5 bis 1 Prozent) sind von einer Unterfunktion der Schilddrüse betroffen. |
Die Häufigkeit der Schilddrüsenunterfunktion nimmt mit dem Alter zu. 1 von 5.000 Neugeborenen kommt mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt.
Im medizinischen Sprachgebrauch bezeichnet man die Schilddrüse als Glandula thyroidea (lat. glandula = Drüse und griech. thyreos = Türstein, Schild).
Sie hat einen schmetterlingförmigen Aufbau und ist mit einem durchschnittlichen Gewicht von 25 bis 30 Gramm die größte Hormondrüse des Menschen. Sie besteht aus zwei Seitenlappen, die über den Schilddrüsenmittellappen (sog. Schilddrüsen-Isthmus) miteinander verbunden sind. Die Schilddrüse liegt im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfs. Die Schilddrüsenlappen befinden sich hauptsächlich seitlich der Luftröhre.
Die Schilddrüse ist eine hormonbildende Drüse. Aus der körpereigenen Aminosäure Tyrosin und Jod bildet sie die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4; Tetrajodthyronin) und Trijodthyronin (T3). Die Schilddrüsenhormone beeinflussen nahezu alle Stoffwechselvorgänge des Menschen. Sie sind wichtig für die körperliche Entwicklung, das Knochenwachstum, die Muskulatur und den Energiestoffwechsel. Ferner stellt die Schilddrüsen das Hormon Calcitonin her – es ist an der Regulation des Kalziumstoffwechsels beteiligt.
Jod ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und muss mit der Nahrung aufgenommen werden. Der tägliche Jodbedarf liegt bei 200 Mikrogramm. Durch regelmäßigen Fischverzehr und jodierte Speisesalze lässt sich der tägliche Jodbedarf leicht decken. Jod gelangt aus dem Magen-Darm-Trakt mit dem Blut in die Schilddrüse und wird dort nach mehreren Zwischenschritten in die Schilddrüsenhormone eingebaut. Die Hormone werden dann an das Blut abgegeben.
Übergeordnete Zentren im Gehirn, der Hypothalamus und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), steuern die Bildung der Schilddrüsenhormone. Sinkt der Schilddrüsenhormonspiegel im Blut, werden im Gehirn Hormone (Thyreotropin-Releasing-Hormon, kurz TRH, und Thyreoidea-stimulierendes-Hormon, kurz TSH) freigesetzt, die über das Blut die Schilddrüse erreichen und dort die Produktion von Schilddrüsenhormonen anregen.
| Bezeichnung | Abkürzung | Unterer Normwert | Oberer Normwert |
|---|---|---|---|
| Freies Trijodthyronin | fT3 | 2,2 pg/ml | 5,5 pg/ml |
| Freies Thyroxin | fT4 | 0,6 ng/dl | 1,8 ng/dl |
| Thyreoidea-stimulierendes-Hormon | TSH | 0,4 mU/l | 2,5 mU/l |
pg = Pikogramm (10-12 Gramm, 1 Billionstel Gramm)
ng = Nanogramm (10-9 Gramm, 1 Milliardstel Gramm)
U = Milli-Units (tausendstel Einheiten)
ml = Milliliter
dl = Deziliter
l = Liter
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann vielfältige Ursachen haben. Ist die Funktion der Schilddrüse selbst gestört, spricht man von einer primären Hypothyreose. Sie ist die mit Abstand häufigste Form der Schilddrüsenunterfunktion. Bei der seltenen sekundären Hypothyreose schüttet die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) – das Steuerungszentrum vieler Drüsen – zu wenige Hormone aus, sodass die Schilddrüse nicht stimuliert wird.
Äußerst selten ist die Funktion des sogenannten Hypothalamus gestört. Der Hypothalamus ist ein Teil des Zwischenhirns und steuert die Hirnanhangsdrüse als übergeordnetes Zentrum. Die wissenschaftliche Bezeichnung für eine Schilddrüsenunterfunktion, die durch Störungen im Hypothalamus entsteht, lautet tertiäre Hypothyreose.
| Wenn ein Defekt der Schilddrüse zu einer Schilddrüsenunterfunktion führt, handelt es sich um eine primäre Hypothyreose. Die Ursache liegt im Organ selbst. |
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann angeboren sein, zum Beispiel wenn die Schilddrüse komplett fehlt oder zu klein ist. Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion kann auch infolge einer genetisch bedingten Störung der Jodverwertung auftreten, das heißt, dem Körper steht genügend Jod zur Verfügung, er kann es jedoch nicht in die Schilddrüsenhormone einbauen.
Wesentlich häufiger wird die Schilddrüsenunterfunktion aber im Lauf des Lebens erworben. Meist liegen als Ursachen ein Verlust oder eine Zerstörung von ursprünglich funktionsfähigem Schilddrüsengewebe zugrunde, zum Beispiel nach:
Eine Radiojodtherapie wird zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt. Mittels radioaktiver Strahlung wird übermäßig hormonproduzierendes Gewebe zerstört. In manchen Fällen führt dies zu einer Schilddrüsenunterfunktion.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann in seltenen Fällen auch durch einen extremen Mangel an dem lebenswichtigen (essenziellen) Spurenelement Jod bedingt sein. Dies wird dadurch begünstigt, dass in Deutschland einige Regionen zu den Jodmangelgebieten zählen.
Eine sekundäre Hypothyreose liegt vor, wenn es aufgrund von Störungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), zum Beispiel durch Tumoren, zu einer Fehlversorgung der Schilddrüse mit dem Thyreoidea-stimulierendem-Hormon (TSH) kommt. Die Schilddrüse selbst ist dabei völlig in Takt. Diese Form der Schilddrüsenunterfunktion ist sehr selten.
Bei der tertiären Hypothyreose liegt eine Störung des Hypothalamus vor, sodass nicht genügend Thyreotropin-Releasing-Hormone (TRH) produziert werden. Dadurch ist der Regelkreis zwischen Gehirn und Schilddrüse unterbrochen und die Schilddrüse wird nicht angeregt, Schilddrüsenhormone zu produzieren. Als Ursachen kommen Anlagedefekte, Tumoren oder Entzündungen infrage. Diese Störung kommt sehr selten vor.
Die bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) auftretenden Symptome sind je nach Alter des Betroffenen sehr unterschiedlich.
Im Erwachsenenalter entwickelt sich eine Schilddrüsenunterfunktion meist schleichend. Symptome treten in der Regel erst bei einer stärkeren Unterfunktion auf; anfangs bemerkt der Betroffene meist keine oder kaum Beschwerden. Für eine Hypothyreose typische Symptome sind:
Gerade bei älteren Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion sind häufig nur einige dieser Symptome vorhanden. Leichte Formen einer Hypothyreose werden daher oft übersehen. Bei alten Menschen sollte eine Schilddrüsenunterfunktion mit Labortests (TSH-Wert) ausgeschlossen werden, wenn ihr körperlicher und geistiger Zustand nicht ihrem Alter entspricht oder wenn Depressionen und Gedächtnisstörungen auftreten.
Als Folge einer vermehrten Einlagerung bestimmter Substanzen (Eiweiß-Zucker-Säure-Verbindungen) in das Unterhautfettgewebe ist die Haut bei Menschen mit Hypothyreose häufig teigig aufgetrieben (sog. Myxödem). Die Symptome zeigen sich oft in der Region um die Augen und an den Handrücken. Durch Myxödeme der Stimmbänder und der Zunge kann die Stimme rau und verwaschen klingen.
Eine sehr seltene, schwere Ausprägung des Myxödems ist das Myxödemkoma. Es kann entstehen, wenn eine Hypothyreose lange Zeit unzureichend behandelt wird oder nicht erkannt wird und weitere Faktoren hinzukommen, die den Patienten schwächen (z.B. Infektion, Operation). Symptome des Myxödemkomas sind Schwäche, Reglosigkeit, niedriger Blutdruck (Hypotonie), stark erniedrigte Körpertemperatur sowie eine verlangsamte oder zu oberflächliche Atmung (Hypoventilation). Betroffene müssen intensivmedizinisch behandelt werden.
Kinder können infolge einer Schilddrüsenunterfunktion folgende Symptome aufweisen:
Infolge einer nicht behandelten Schilddrüsenunterfunktion verzögert sich sowohl die körperliche als auch die geistige Entwicklung. In Deutschland gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Reihenuntersuchung (Screening) aller Neugeborenen auf eine Schilddrüsenunterfunktion. Wird sie festgestellt, erfolgt im direkten Anschluss eine Therapie mit Tabletten.
Neugeborene mit Hypothyreose weisen nach der Geburt folgende Symptome auf:
Die fehlenden Schilddrüsenhormone werden durch Tabletten ersetzt, um die Schilddrüsenunterfunktion auszugleichen. Die Symptome verschwinden in der Regel nach einigen Monaten der Tabletteneinnahme. Die Medikamente müssen jedoch lebenslang eingenommen werden, um den Hormonspiegel im Gleichgewicht zu halten.
Bei einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) wird die Diagnose dank einer gesetzlichen Bestimmung heutzutage meist sehr früh gestellt: Bei jedem Neugeborenen untersucht ein Arzt zwischen dem dritten und fünften Lebenstag anhand einiger Tropfen Blut aus der Ferse die Schilddrüsenfunktion (sog. Neugeborenen-Screening). Hierbei bestimmt er den Wert des Hormons TSH, dem Thyroidea-stimulierenden Hormon. Es wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und ist wichtiger Teil des Regelkreises zwischen Gehirn und Schilddrüse.
Besteht im Jugend- und Erwachsenenalter der Verdacht auf eine Unterfunktion der Schilddrüse, müssen die Schilddrüsenhormone im Blut bestimmt werden.
Ein normaler TSH-Wert schließt Störungen der Schilddrüse (primäre Hypothyreose) aus. Ein erniedrigter Wert des freien Thyroxin (fT4) bestätigt eine Schilddrüsenunterfunktion. Die Höhe der Konzentration des Schilddrüsenhormons T4 steht bei der Diagnose eher im Hintergrund, da der Wert erst bei einer weit fortgeschrittenen Hypothyreose abnimmt.
Da oft eine Entzündung der Schilddrüse, die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis , Ursache einer Unterfunktion der Schilddrüse ist, sollte eine Blutprobe auf das Vorhandensein spezieller Antikörper untersucht werden. Sie entstehen im Rahmen dieser Autoimmunerkrankung und heißen TPO-Antikörper und Thyreoglobulin-Antikörper. Sie greifen gesundes körpereigenes Gewebe an, das daraufhin seine Funktion einbüßt.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion müsste der Wert des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) erhöht sein, wogegen er bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) erniedrigt wäre.
Als sekundäre Hypothyreose bezeichnet man eine Unterfunktion der Schilddrüse aufgrund von Störungen der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Infolgedessen entsteht ein Mangel des Thyroidea-stimulierenden Hormons (TSH), das die Schilddrüse zur Produktion von Schilddrüsenhormonen anregt. Da es fehlt, resultiert eine Schilddrüsenunterfunktion. Zur Diagnose einer sekundären und tertiären Hypothyreose müssen sowohl das Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH) als auch das Thyreoidea-stimulierende Hormon (TSH) bestimmt werden.
Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) untersucht der Arzt zusätzlich die Beschaffenheit der Schilddrüse und sieht nach, ob Knoten vorliegen. Aussagen über die Funktionstüchtigkeit der Schilddrüse können auf diesem Wege allerdings nicht getroffen werden.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgt die Therapie durch die Einnahme von Medikamenten. Sie ersetzen die fehlenden Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4; Tetrajodthyronin) und Trijodthyronin (T3). Die jodhaltigen Schilddrüsenhormone T3 und T4 regen unter anderem den Zellstoffwechsel an und sind für ein normales Körperwachstum notwendig. Ein Wirkstoff, der bei einer Schilddrüsenunterfunktion häufig zur Behandlung eingesetzt wird, ist Levothyroxin (L-Thyroxin). Das eigentlich wirksame Hormon ist Trijodthyronin – es entsteht im Blut aus L-Thyroxin, von dem ein Jodatom abgespalten wird.
Besteht eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion, müssen die fehlenden Hormone umgehend ersetzt werden, damit die Entwicklung des Gehirns und anderer Organe nicht beeinträchtigt wird. Dank des Neugeborenen-Screenings erkennen Ärzte die angeborenen Formen der Schilddrüsenunterfunktion heute in den ersten Tagen nach der Geburt, sodass die Behandlung umgehend beginnen kann. Betroffene müssen die Hormone lebenslang regelmäßig einnehmen.
Erwachsene mit einer ausgeprägten (manifesten) Hypothyreose müssen regelmäßig und dauerhaft Schilddrüsenhormone einnehmen, um eine ausreichende Konzentration zu erreichen. Wer Medikamente gegen seine Schilddrüsenunterfunktion einnimmt, muss während der Behandlung in regelmäßigen Abständen seinen Hormonstatus mittels einer Blutuntersuchung überprüfen lassen. Nebenwirkungen treten bei korrekter Dosierung nicht auf.
Wichtig: Personen mit einer schweren Hypothyreose sollten die Therapie langsam und mit einer geringen Dosierung beginnen. Generell gilt, dass die Behandlung mit niedriger Dosis beginnt, die dann langsam gesteigert wird.
In seltenen Fällen kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion bis zum sogenannten Myxödemkoma ausweiten, wenn eine Behandlung ausbleibt der Hypothyreose unterbleibt. Dann ist intensivmedizinische Hilfe notwendig: Der Betroffene muss bei der Atmung unterstützt werden und erhält unter anderem Wirkstoffe wie L-Thyroxin und Steroidhormone (Glukokortikoide).
Ist bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) die Hormontherapie korrekt eingestellt und werden die Medikamente regelmäßig eingenommen, ist mit einem unkomplizierten Verlauf zu rechnen: Leistungsfähigkeit oder Lebensdauer sind in keiner Weise eingeschränkt.
Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion kann unbehandelt zu Komplikationen führen:
Kinder mit einer angeborenen Hypothyreose, die nicht behandelt wird, bleiben geistig zurück und können eine Entwicklungsstörung (sog. Kretinismus) entwickeln. Typische Spätfolgen einer Schilddrüsenunterfunktion im Kindsalter sind:
Wird eine Schilddrüsenunterfunktion rechtzeitig mit Medikamenten behandelt, ist die Entwicklung des Säuglings nicht gefährdet.
Eine ungenügend behandelte oder nicht erkannte Schilddrüsenunterfunktion kann in seltenen Fällen im Verlauf zum sogenannten Myxödem-Koma führen, welches sich durch
In diesem Fall ist sofort intensivmedizinische Hilfe notwendig. Sie umfasst: Atemhilfe, die Zufuhr von Glukokortikosteroiden, eine Glukoseinfusion, die Regulation des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes, die Gabe von Levothyroxin (L-Thyroxin) und eine eventuelle Wiedererwärmung.
Einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) kann man je nach Ursache meist nicht vorbeugen. Um einen Rückfall (Rezidiv) zu verhindern, muss eine lebenslange Hormonbehandlung erfolgen.
Verursacht ein extremer Jodmangel die Hypothyreose, können Sie durch die konsequente Verwendung jodierter Speisesalze die Jodversorgung verbessern. Es wird empfohlen, zudem zweimal wöchentlich Seefisch zu essen, da Seefisch viel Jod enthält. Um den täglichen Bedarf sicher zu decken, können Sie in Rücksprache mit Ihrem Arzt zusätzlich Jodpräparate einnehmen.
| Altersgruppe | Empfohlene Jod-Tagesration in Mikrogramm (µg) |
|---|---|
| Säuglinge | 50-80 |
| Kinder | 100-140 |
| Jugendliche, Erwachsene | 180-200 |
| Schwangere | 230 |
| Stillende | 260 |
Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)”:
www.jodmangel.de
Informationen zum Jodmangel

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Bullmann, C.: Schilddrüsendiagnostik und -therapie in der täglichen Praxis. Gynäkologische Endokrinologie, Vol. 1, pp. 41-51 (11. Februar 2011)
Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2011
Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2010)
Hahn, J.M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
Cordes, T. et al.: Schilddrüsenunterfunktion und -überfunktion – Gynäkologische Aspekte. Gynäkologische Endokrinologie, Vol. 7, pp. 247-252 (11. Oktober 2009)
Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internisten e.V.: www.internisten-im-netz.de (Stand: 2007)
Lehnert, H., Werdan, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2006
Stand: 03. März 2011
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