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Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Verlauf

Stand: 25. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Prognose

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) hängen Verlauf und Prognose vor allem davon ab, wodurch die Funktionsstörung der Schilddrüse bedingt ist:

  • Der Morbus Basedow, der die häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion ist, bildet sich in bis zu 50 Prozent der Fälle spontan zurück. Die Erkrankung kann aber auch einen wiederkehrenden (rezidivierenden) Verlauf nehmen und nach mehreren Jahren erneut auftreten.
  • Die ebenfalls oft für eine Schilddrüsenüberfunktion verantwortliche Schilddrüsenautonomie hat eine ungünstigere Prognose: Sie bildet sich nie spontan zurück. Im weiteren Verlauf dieser Funktionsstörung der Schilddrüse kann die Menge des autonomen Gewebes über Jahre zunehmen. In dem Fall ist wegen des Risikos einer lebensbedrohlichen Verschlimmerung der Hyperthyreose (sog. thyreotoxische Krise) immer eine Operation oder eine Radiojodtherapie ratsam.

Komplikationen

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann im weiteren Verlauf mit verschiedenen Komplikationen verbunden sein: Eine mögliche Komplikation aller Schilddrüsenüberfunktionen (unabhängig von deren Ursache) ist die sogenannte thyreotoxische Krise – eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Schilddrüsenüberfunktion. Sie kann infolge einer unzureichenden Behandlung entstehen. Auch zusätzliche Belastungen, wie zum Beispiel Zweiterkrankungen, schwere Infektionen, Unfälle oder Narkosen können Auslöser einer thyreotoxischen Krise sein. Am häufigsten tritt die thyreotoxische Krise aber nach der Verabreichung von Jod (z.B. in Röntgenkontrastmitteln) auf, wenn eine unbekannte Schilddrüsenüberfunktion besteht.

Anzeichen für eine thyreotoxische Krise sind beispielsweise hohes Fieber, beschleunigter Puls (Tachykardie), Unruhe, Erbrechen und Durchfall. Bleibt die Verschlimmerung der Schilddrüsenüberfunktion unbehandelt, kommt es im weiteren Verlauf zu Bewusstseinsstörungen und Verwirrtheit. Diese Komplikationen bedeuten eine lebensbedrohlichen Notfallsituation – die Betroffenen benötigen intensivmedizinische Hilfe. Die Sterblichkeit in der thyreotoxischen Krise beträgt bis zu 50 Prozent.

Weitere mögliche Komplikationen einer Schilddrüsenüberfunktion sind eine plötzliche Minderdurchblutung (Ischämie) des Gehirns und dadurch bedingte Schlaganfälle. Schon junge Erwachsene mit Hyperthyreose haben ein um 44 Prozent höheres Risiko, im Verlauf der Funktionsstörung ihrer Schilddrüse einen Schlaganfall zu bekommen als Menschen, deren Schilddrüse normal funktioniert.

Weiterlesen: Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Vorbeugen

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