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Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Operation

Stand: 25. Oktober 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

In bestimmten Fällen kann bei einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) eine operative Therapie erfolgen: Die Operation kommt zum Beispiel dann für Sie infrage,

  • wenn ein Morbus Basedow die Schilddrüsenüberfunktion verursacht und Sie trotz Behandlung durch Medikamente einen Rückfall (Rezidiv) haben oder
  • wenn eine Schilddrüsenautonomie die Ursache für die Überfunktion der Schilddrüse ist.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion zielt die operative Behandlung darauf ab, genau so viel von dem funktionsfähigen Schilddrüsengewebe zu entfernen, dass der verbleibende Rest nicht mehr ausreicht, um den Körper mit Schilddrüsenhormonen zu überschwemmen. Wenn Sie eine Schilddrüsenautonomie haben und die Autonomie nur einen bestimmten Bereich der Schilddrüse betrifft (autonomes Adenom), entfernt der Operateur nur diesen Bereich. Eine insgesamt vergrößerte Schilddrüse entfernt der Operateur nahezu vollständig (subtotal). Bleibt nach der Operation nicht mehr genügend Schilddrüsengewebe übrig, um den Körper ausreichend mit Hormonen zu versorgen, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Diese kann man jedoch ohne Probleme mit einer Hormonersatztherapie mit dem Wirkstoff L-Thyroxin behandeln.

Die meisten Schilddrüsenoperationen haben keine bleibenden Folgen. Nur in zwei bis drei Prozent aller Fälle treten dauerhafte und schwerwiegende Komplikationen auf: Wenn der Operateur zum Beispiel den Stimmbandnerv verletzt, hat dies Heiserkeit und eine schwache Stimme zur Folge. Und wenn der Operateur versehentlich die Nebenschilddrüsen mitentfernt, kann es zu einem Mangel an Kalzium im Blut mit Muskelkrämpfen (Tetanie) kommen, der sich aber durch Medikamente behandeln lässt. Die operative Hyperthyreose-Therapie birgt zudem wie jede Operation das Risiko, dass es im Anschluss an die Operation der Schilddrüsenüberfunktion zu Nachblutungen kommen kann. In jedem Fall sollte sorgfältig abgewägt werden, ob eine Operation zur Therapie der Schilddrüsenüberfunktion erforderlich ist. Es empfiehlt sich, sich an erfahrene Operateure zu wenden.

Radiojodtherapie

Wenn Ihre Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) eine operative Therapie sinnvoll macht, Sie es aber strikt ablehnen, sich operieren zu lassen, oder eine Operation bei Ihnen zu riskant wäre, kann eine Radiojodtherapie weiterhelfen.

Die bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzte Radiojodtherapie ist eine Strahlenbehandlung der Schilddrüse. Hierzu nehmen Sie ein radioaktives Jodisotop – Jod 131 – ein. Das radioaktive Jod wirkt gezielt auf das Schilddrüsengewebe und mindert so die Schilddrüsenüberfunktion, während die Strahlenbelastung anderer Organe verschwindend gering ist.

Von der Radiojodtherapie zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion ist sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit abzuraten. Ein Zusammenhang zwischen dieser Form der Hyperthyreose-Therapie und Krebserkrankungen ist bisher nicht bekannt.

Weiterlesen: Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Verlauf

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