Schilddrüsenüber­funktion: Behandlung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. Dezember 2016)

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Bei einer Schilddrüsenüberfunktion werden bestimmte Hormone in zu großer Menge hergestellt. Da die Hormone der Schilddrüse in zahlreiche Prozesse des Körpers eingreifen, entstehen ganz unterschiedliche Beschwerden. Mit der richtigen Behandlung lässt sich die Hormonproduktion jedoch hemmen und der Körper kann ins Gleichgewicht zurückfinden.

Bei einer Schilddrüsenüberfunktion gibt es verschiedene Möglichkeiten der Behandlung:

  • Medikamente
  • Operation
  • Radiojodtherapie

Allen Methoden ist eins gemeinsam: Sie sollen die Hormonproduktion der Schilddrüse senken und so die bestehenden Beschwerden lindern.

Medikamente

Ob bei einer Schilddrüsenüberfunktion Medikamente für die Behandlung infrage kommen, hängt vor allem davon ab, was genau die Ursache der Überaktivität ist,

  • ein Morbus Basedow oder
  • eine Schilddrüsenautonomie.

Morbus Basedow

Bei Morbus Basedow kommen spezielle Wirkstoffe zur Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion zum Einsatz: sogenannte Thyreostatika (z.B. Thiamazol, Carbimazol). Sie wirken auf die Hormonproduktion der Schilddrüse ein und bewirken, dass diese weniger Hormone bildet. Thyreostatika nimmt man so lange in hoher Dosierung ein, bis sich die Laborwerte normalisiert haben. Für eine Langzeittherapie sind Thyreostatika nicht ideal, da schwere Nebenwirkungen auftreten können.

Schilddrüsenautonomie

Bei einer Schilddrüsenautonomie funktioniert die Schilddrüse entkoppelt vom Gehirn und unabhängig von äußeren Einflüssen. Sie macht quasi, was sie will. Thyreostatika bewirken zwar auch hier, dass weniger Schilddrüsenhormone gebildet werden – jedoch nur solange man die Medikamente einnimmt – das heißt, man müsste sie dauerhaft einnehmen. Bei einer ständigen Einnahme von Thyreostatika sind jedoch  Nebenwirkungen zu befürchten. Oft fällt die Entscheidung bei einer Schilddrüsenautonomie daher von Anfang an für eine Operation oder eine Radiojodtherapie.

Operation

Eine Operation kommt bei einer Schilddrüsenüberfunktion als Behandlung infrage, wenn

  • ein Morbus Basedow vorliegt und der Betroffene trotz Medikamenten einen Rückfall hat.
  • die Schilddrüsenüberfunktion durch eine Schilddrüsenautonomie verursacht wird.

Bei der Operation entfernt der Arzt die Schilddrüse je nach genauen Begebenheiten ganz oder teilweise. Verbleibt ein Teil des Organs im Körper, produziert dieser zwar weiterhin Hormone, insgesamt jedoch deutlich weniger als zuvor.

Wird die Schilddrüse ganz entfernt, können auch keine Schilddrüsenhormone mehr gebildet werden – das heißt, es liegt nun eine Schilddrüsenunterfunktion vor. Um diesen Hormonmangel auszugleichen, muss der Betroffene täglich Tabletten mit dem Wirkstoff Levothyroxin einnehmen.

Radiojodtherapie

Kommt eine Operation für den Betroffenen nicht infrage oder ist eine Operation mit zu hohen Risiken verbunden, kann bei einer Schilddrüsenüberfunktion auch eine Radiojodtherapie in Erwägung gezogen werden. Bei dieser Form der Behandlung handelt es sich um eine Strahlenbehandlung.

Damit die Schilddrüse Hormone produzieren kann, benötigt sie Jod. Für die Behandlung nimmt der Betroffene radioaktiv markiertes Jod (Jod131) ein, das von der Schilddrüse aufgenommen wird und nach und nach Teile des Gewebes zerstört. Auf andere Organe hat das radioaktive Jod kaum einen Effekt.


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