Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsen­karzinom): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Dezember 2014)

Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) ist nicht gleich Schilddrüsenkrebs – Verlauf und Prognose hängen deshalb davon ab, um welchen Tumor es sich genau handelt. Wie bei den meisten Krebsarten ist auch bei Schilddrüsenkrebs entscheidend, welches Stadium der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits erreicht hat.

Prognose

Papilläres/follikuläres Schilddrüsenkarzinom

Die Heilungsaussichten beim papillären Schilddrüsenkarzinom sind sehr gut. Zwischen 80 und 90 Prozent der Patienten leben noch länger als zehn Jahre nach der Behandlung. Erkrankte, die jünger als 45 Jahre alt sind, haben dabei eine bessere Prognose als ältere. Die Prognose des follikulären Schilddrüsenkarzinoms ist ebenfalls gut. Etwa 60 bis 70 Prozent der Patienten leben noch länger als zehn Jahre.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Ultraschall, Blutuntersuchungen) sind notwendig, um bei einem Rezidiv – also einem Wiederkehren der Erkrankung – rechtzeitig behandeln zu können. Bei der Früherkennung lässt der Arzt auch das Thyreoglobulin im Blut messen. Es handelt sich dabei um ein Eiweiß, das Schilddrüsenzellen produzieren. Es dient als sogenannter Tumormarker für den papillären Schilddrüsenkrebs. Steigt der Thyreoglobulin-Wert an, könnte ein neuer Tumor oder eine Tochtergeschwulst die Ursache dafür sein. Alle zwei Jahre erfolgt eine Röntgenuntersuchung der Lunge. Vier bis sechs Monate nach der Radiojodtherapie wird eine Szintigraphie durchgeführt. Bei hohem Risiko für ein Rezidiv sollten sich die Betroffenen in den ersten fünf Jahren alle sechs bis zwölf Monate, später alle ein bis zwei Jahre einer Szintigraphie unterziehen.

Undifferenziertes/anaplastisches Schilddrüsenkarzinom

Es gelingt nur selten, undifferenzierte Schilddrüsenkarzinome vollständig zu entfernen. Patienten, die an dieser aggressiveren Form von Schilddrüsenkrebs leiden, haben eine deutlich schlechtere Prognose als Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom. Nach fünf Jahren leben etwa noch zwölf Prozent der Betroffenen. Dennoch kann eine sorgsam ausgewählte Behandlung die Beschwerden deutlich lindern. Insbesondere Schmerzen sind mit einer effektiven Schmerztherapie gut zu beseitigen.

Medulläres Schilddrüsenkarzinom

Beim medullären Schilddrüsenkrebs hängen Verlauf und Prognose in erster Linie vom Erfolg der Operation, der Größe des Tumors sowie vom Vorhandensein von Fernmetastasen, zum Beispiel in der Lunge, ab. Etwa 50 bis 70 Prozent der Betroffenen überleben die ersten zehn Jahre. Auch bei Metastasen sind Überlebenszeiten von bis zu zehn Jahren möglich. Erfolg die Therapie bereits in einem sehr frühen Stadium, besteht auch beim medullären Schilddrüsenkarzinom eine 90-prozentige Chance auf Heilung. Zur Verlaufskontrolle erfolgt die regelmäßige Bestimmung von Kalzitonin als Tumormarker. Ein Gentest gibt Aufschluss darüber, ob das medulläre Schilddrüsenkarzinom die Folge einer Erbkrankheit gewesen ist.


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