Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsen­karzinom): Papilläres und follikuläres Schilddrüsenkarzinom

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Dezember 2014)

Operation

Die Entfernung der gesamten Schilddrüse und der unmittelbar benachbarten Lymphknoten (sog. Lymphadenektomie) ist bei Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom) die Behandlung mit den besten Heilungsaussichten. Befindet sich in einem der entnommenen Lymphknoten eine Metastase, entfernt der Operateur auf der befallenen Halsseite sämtliche Halslymphknoten (Neck-dissection).

Wenn keine Halslymphknoten befallen sind, reicht es bei kleinen Tumoren von weniger als einem Zentimeter Durchmesser manchmal, nur eine Hälfte der Schilddrüse zu entfernen (Hemithyreoidektomie).

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie als besondere Form der Strahlentherapie kann bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen angewendet werden, da bei diesen Formen von Schilddrüsenkrebs die Fähigkeit zur Jodaufnahme und -speicherung erhalten bleibt. Voraussetzung für eine erfolgreiche Radiojodtherapie ist eine möglichst vollständige operative Entfernung des Schilddrüsengewebes.

Bei der Radiojodtherapie erhalten die Erkrankten radioaktives Jod meist in Form von Kapseln, die sich erst im Magen auflösen. Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Befund. Da Jod ausschließlich von Schilddrüsengewebe aufgenommen und gespeichert wird, sammelt es sich in den Schilddrüsenkrebszellen an und zerstört diese durch seine Strahlung. Die Radiojodtherapie richtet sich damit gegen alle Krebszellen, die nach der operativen Entfernung der Schilddrüse im Körper verblieben sind. So kann die Radiojodtherapie Tochtergeschwulste (Metastasen), zum Beispiel in der Lunge, bekämpfen. Die Radiojodtherapie erfolgt etwa vier Wochen nach der Operation und kann bei Bedarf wiederholt werden.

Zu den unmittelbaren Nebenwirkungen der Radiojodtherapie gehören Schmerzen im Bereich der verbliebenen Rest-Schilddrüse oder im Bereich der Metastasen und eine vorübergehende Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Auch die Speicheldrüsen können sich entzünden.

Vorübergehend ändert sich auch die Zusammensetzung des Knochenmarks, was die Betroffenen anfälliger für Infekte macht.

Eine Spätkomplikation ist bei 10 bis 20 Prozent der Behandelten eine Funktionsstörung verschiedener Drüsen mit Mundtrockenheit und Bindehautentzündung (Sicca-Syndrom). Sehr seltene Spätfolgen sind eine Leukämie und eine Lungenfibrose.

Hormontherapie

Nach einer operativen Entfernung der kompletten Schilddrüse und anschließender Radiojodtherapie befindet sich im Körper des so behandelten Patienten kein funktionsfähiges Schilddrüsengewebe mehr. Darum müssen die Betroffenen lebenslang Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten einnehmen, um die fehlende Hormonproduktion der Schilddrüse auszugleichen.


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