Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsen­karzinom): Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Dezember 2014)

Hat der Arzt den Verdacht auf Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom), sichert er die Diagnose mithilfe unterschiedlicher Untersuchungen. Am Anfang erhebt der Arzt die Anamnese, das heißt er befragt den Patienten ausführlich zu seiner Krankengeschichte. So kann er herausfinden, ob es zum Beispiel schon Fälle von Schilddrüsenkrebs in der Familie des Patienten gab, seit wann die Beschwerden bestehen und wie sie sich äußern.

Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt in einigen Fällen das Schilddrüsenkarzinom als Knoten in der Schilddrüse ertasten.

Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann der Arzt die gesamte Schilddrüse hinsichtlich ihrer Größe und Gewebsveränderungen beurteilen und flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) von Tumoren unterscheiden. Blutuntersuchungen geben Auskunft über die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse und können zum Beispiel anhand der Kalzitonin-Konzentration auf ein medulläres Schilddrüsenkarzinom hinweisen.

Ein wichtiges Untersuchungsverfahren der Schilddrüsenkrebs-Diagnose ist die Schilddrüsen-Szintigraphie.

Die Szintigraphie kann die Unterscheidung zwischen einer sogenannten Schilddrüsenautonomie und einem krebsverdächtigen Knoten erleichtern. Bei der Untersuchung erhält der Patient den leicht radioaktiven Stoff Technetium als Injektion in die Vene. Je nachdem, wie das Schilddrüsengewebe beschaffen ist, nimmt es das Technetium (kurz Tc 99m) auf: Gebiete mit einer verminderten oder fehlenden Tc-Aufnahme bezeichnet man als "kalte Areale", wohingegen Gebiete mit einer erhöhten Aufnahme "heiße Areale" heißen. Befinden sich im Gebiet einer verminderten Tc-Aufnahme Knoten, werden diese "kalte Knoten" genannt; ein Knoten im Gebiet mit erhöhter Tc-Aufnahme heißt dementsprechend "heißer Knoten". Szintigraphisch heiße Areale sind Zeichen einer Schilddrüsenautonomie. Das bedeutet, dass sich Teile der Schilddrüse verselbstständigen und unkontrolliert Hormone produzieren. Verdächtig auf Schilddrüsenkrebs sind szintigraphisch kalte Knoten. Um die Diagnose zu sichern, muss der Arzt weitere Untersuchungsmethoden einleiten – zum Beispiel punktieren.

Bei der Schilddrüsen-Punktion (Feinnadelpunktion) sticht der Arzt mit einer dünnen Nadel in den krebsverdächtigen Knoten ein und entnimmt einige Zellen zur feingeweblichen Untersuchung unter dem Mikroskop.

Die Schilddrüsen-Punktion ist ein kleiner Eingriff – der Patient verspürt in der Regel kaum Schmerzen und eine Vollnarkose ist nicht notwendig. In manchen Fällen lässt sich anhand der entnommenen Zellen der Schilddrüsenkrebs sicher erkennen. Ein negativer Befund der Feinnadelpunktion schließt ein Schilddrüsenkarzinom jedoch nicht sicher aus. Insbesondere bei follikulären Tumoren ist es oft schwierig zu beurteilen, ob es sich um bösartige (follikuläres Karzinom) oder gutartige (follikuläres Adenom) Tumoren handelt. Stellt der Arzt eine solche unklare "follikuläre Neoplasie" fest, entfernt er den verdächtigen Knoten sicherheitshalber. Erst nach diesem Eingriff stellt sich bei Gewebeuntersuchungen heraus, ob der Knoten gutartig oder bösartig war.

Bestätigt sich der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs, gehört nun zur Diagnose, dass der Arzt bestimmt, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat (sog. Staging). Dazu nutzt er bildgebende Untersuchungen wie:

Eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs, eine Kehlkopfspiegelung sowie eine Knochenszintigraphie sind ebenfalls notwendig, um zum Beispiel Tochtergeschwulste (Metastasen) in Lunge oder Knochen zu entdecken.


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