Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsen­karzinom): Differenzierte Schilddrüsenkarzinome

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (10. Dezember 2014)

Zu den differenzierten Schilddrüsenkarzinomen gehören das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom. Der Begriff "differenziert" lässt sich so erklären: In ihrer Struktur ähneln differenzierte Tumorzellen noch weitgehend dem normalen Schilddrüsengewebe und haben damit einen niedrigen Grad der Bösartigkeit. Dies spiegelt sich unmittelbar in den Heilungschancen wider. Differenzierte Schilddrüsenkarzinome gehören zu den Tumoren mit den besten Heilungsaussichten überhaupt.

Papilläre und follikuläre Schilddrüsenkarzinome unterscheiden sich hinsichtlich der Bildung von Tochtergeschwulsten (Metastasen): Das papilläre Karzinom bildet Tochtergeschwulste vorwiegend in den Lymphknoten in der Nähe der Schilddrüse. Metastasen an entfernt liegenden Organen (Fernmetastasen) treten häufiger in der Lunge als in Knochen auf. Bei Patienten unter 40 Jahren sind Fernmetastasen dieser Form des Schilddrüsenkrebs sehr selten.

Das follikuläre Schilddrüsenkarzinom entwickelt dagegen nur selten Lymphknotenmetastasen. Kommt es zu Tochtergeschwulsten, handelt es sich vorwiegend um Fernmetastasen, die Lunge und Knochen in gleicher Häufigkeit befallen.

Undifferenzierte Schilddrüsenkarzinome

Zu den undifferenzierten Schilddrüsenkarzinomen, die auch als anaplastische Karzinome bezeichnet werden, gehören sogenannte spindelzellige, parenchymatöse und kleinzellige Karzinome. Im Gegensatz zu den differenzierten Tumorzellen, ähneln undifferenzierte Formen von Schilddrüsenkrebs dem normalen Schilddrüsengewebe kaum noch. Sie weisen einen hohen Grad an Bösartigkeit auf – das heißt zum Beispiel, dass sie schnell und aggressiv in das umliegende Gewebe einwachsen.

Meist sind bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Lymphknoten- und Fernmetastasen vorhanden. Neben der Lunge und den Knochen sind vor allem das Gehirn und die Leber betroffen.

Medulläres Schilddrüsenkarzinom

Das medulläre Schilddrüsenkarzinom entwickelt sich aus bestimmten Zellen der Schilddrüse, die nicht an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt sind, den C-Zellen. Sie produzieren ein für den Calciumstoffwechsel wichtiges Hormon, das Calzitonin. Es treten sowohl Lymphknotenmetastasen als auch Fernmetastasen (z.B. in Lunge, Leber, Knochen und Nebenniere) auf.


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