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Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)

Chronische Schilddrüsenentzündung

Stand: 30. April 2012Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Die chronische Schilddrüsenentzündung tritt fast immer in Form der Hashimoto-Thyreoiditis auf. Für deren Diagnose kann der sogenannte Tastbefund erste Hinweise liefern: Der Arzt tastet die Schilddrüse ab und spürt, dass sie mäßig vergrößert ist und eine gummiartige Konsistenz hat. Die Konzentration der weißen Blutkörperchen im Blut ist bei der Hashimoto-Thyreoiditis in der Regel normal, die Blutsenkung (BSG = Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit) erhöht.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, weshalb man sie auch als Autoimmunthyreoiditis bezeichnet. Die chronische Schilddrüsenentzündung vom Typ Hashimoto ist also dadurch gekennzeichnet, dass das Immunsystem Antikörper bildet, die sich gegen das körpereigene Schilddrüsengewebe richten. Zur Diagnose der Hashimoto-Thyreoiditis kann daher kann auch eine Blutuntersuchung auf Antikörper beitragen: Die Werte der sogenannten Anti-Thyreoperoxidase-Antikörper (Anti-TPO-AK) sind bei der Hashimoto-Schilddrüsenentzündung fast immer deutlich erhöht, die der Thyreoglobulin-Antikörper (TAK) in sieben von zehn Fällen.

Die chronische Schilddrüsenentzündung vom Typ Hashimoto beeinträchtigt oft die Schilddrüsenfunktion (Über- oder Unterfunktion). Zur Diagnose ist es demnach auch wichtig, die Konzentration verschiedener Hormone (TSH, freies T3 und freies T4) im Blut zu kontrollieren: Ist das von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildetete Hormon TSH vermehrt vorhanden, die Konzentration des freien Schilddrüsenhormons T4 (fT4) jedoch niedrig, liegt eine Hormonproduktionsstörung in der Schilddrüse vor. Bei gleichzeitig erhöhtem Anti-TPO-AK spricht dies für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) bei Hashimoto-Thyreoiditis.

Um den Verdacht auf eine chronische Schilddrüsenentzündung zu festigen, ist für die Diagnose neben den Blutwerten auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) unverzichtbar. Mit dem Schallgerät kann der Arzt beispielsweise knotige Veränderungen der Schilddrüse erkennen. Besteht dabei der Verdacht auf einen bösartigen Tumor, kann der Arzt Schilddrüsengewebe mithilfe der Feinnadelbiopsie entnehmen und untersuchen. Die Biopsie gibt außerdem Aufschluss darüber, ob es sich bei der chronischen Schilddrüsenentzündung um die sehr seltene Unterform, die fibrosierende Thyreoiditis (sog. Riedel-Struma), handelt. Auch in diesem Fall kann die Szintigraphie die Diagnose bekräftigen.

Weiterlesen: Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis): Therapie

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