Schielen (Strabismus) : Latentes Schielen (Heterophorie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. April 2015)

Normalerweise befinden sich die Augenmuskeln im Gleichgewicht zueinander, sodass die Seheindrücke beider Augen zu einem einzigen Bild verschmelzen (sog. Fusion). Ein verstecktes Schielen (bzw. latentes Schielen oder Heterophorie) liegt vor, wenn das Gleichgewicht gestört ist, aber die Fusionskraft diese Störung meist ausgleichen kann. In diesem Fall schielen die Betroffenen nur unter bestimmten Bedingungen – zum Beispiel bei starker Müdigkeit.

Latentes Schielen kommt bei über 70 Prozent aller Menschen vor. Trotz einiger Abweichungen ist das Gehirn meist in der Lage, eine solche geringe Störung des Augenmuskelgleichgewichts ohne Beschwerden zu tolerieren. Nur bei etwa 10 Prozent der Betroffenen führt die Heterophorie zu Beschwerden.

Begleitschielen (Strabismus concomitans)

Anders als beim latenten Schielen ist es beim Begleitschielen (Strabismus concomitans, Heterotropie) nicht möglich, ein bestehendes Ungleichgewicht der Augenmuskeln zu überwinden. Infolgedessen sind die Sehachsen beider Augen nicht auf dasselbe Objekt gerichtet. Der Winkel der Sehachsen bleibt beim Begleitschielen aber immer praktisch gleich – auch wenn sich die Augen bewegen.

Diese Form von Schielen tritt meistens bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren auf. Die Kinder können auch mit einem bereits vorhandenen Strabismus concomitans zur Welt kommen. Ungefähr 4 Prozent aller Kinder sind vom Begleitschielen betroffen. Die häufigste Form von Begleitschielen ist das frühkindliche Einwärtsschielen, das bei Babys innerhalb der ersten sechs Lebensmonate auftritt.

Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus)

Wenn einer oder mehrere äußere Augenmuskeln ausfallen, ist ein plötzliches Schielen die Folge – ein sogenanntes Lähmungsschielen (Strabismus paralyticus). Diese Form von Schielen tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf. Der Schielwinkel ist beim Lähmungsschielen je nach Blickrichtung unterschiedlich.


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