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Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom)

Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom): Verlauf

Stand: 26. Mai 2011Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Komplikationen

Bösartige Tumoren der Scheide wie der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) können im Verlauf zu Komplikationen führen. Sie können zum Beispiel in die Nachbarorgane einwachsen. Betroffen sind der Gebärmutterhals (Zervix), die äußeren Geschlechtsorgane (Vulva), die Harnblase und der Enddarm (Rektum). Darüber hinaus breitet sich Scheidenkrebs bevorzugt über die Lymphwege aus und bildet Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Lymphknoten des Beckens. Seltener sind solche Absiedelungen in anderen Organen wie Leber, Lunge oder Knochen zu finden.

Wenn sich der Scheidenkrebs im Becken ausdehnt, kann er dabei andere Organe einengen. Drückt das Vaginalkarzinom zum Beispiel die Harnleiter ab, kann der Urin schlecht – im ungünstigsten Falle gar nicht mehr – abfließen. Der Urin staut sich bis zur Niere zurück (sog. Nierenstauung), was wiederum schwere Nierenschädigungen nach sich ziehen kann.

Prognose

Bei Scheidenkrebs hängt die Prognose davon ab, wie stark sich der Tumor zu Beginn der Behandlung bereits ausgebreitet hat. Wird das Vaginalkarzinom früh erkannt, bevor es in benachbarte Organe eingewachsen ist oder in Lymphknoten gestreut hat, ist sehr oft eine vollständige Heilung möglich. Fasst man allerdings alle Scheidenkrebs-Patientinnen zusammen, so ergibt sich eine relativ schlechte Prognose. Das liegt unter anderem daran, dass die Erkrankung oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird und häufig zu Rückfällen (Rezidiv) neigt.

Nachsorge

Nach erfolgreicher Behandlung eines bösartigen Tumors der Scheide sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen notwendig. Diese finden in den ersten drei Jahren alle drei Monate, in den folgenden zwei Jahren halbjährlich und danach dann jährlich statt. Was passiert bei der Nachsorgeuntersuchung? Der Arzt befragt die Patientin zunächst gründlich nach eventuellen Beschwerden oder sonstigen Auffälligkeiten. Zur anschließenden gynäkologischen Untersuchung gehören neben dem Abtasten und genauen Betrachten mithilfe eines Kolposkops auch eine Ultraschalluntersuchung der Scheide. Außerdem entnimmt der Arzt mit einem Abstrich Zellen aus der Scheide. Die nachfolgende Laboruntersuchung zeigt, ob die Zellen gesund oder bösartig verändert sind.

Treten verdächtige Symptome auf, empfiehlt es sich selbstverständlich, auch zwischen den festgesetzten Nachsorgeterminen zum Arzt zu gehen.

Weiterlesen: Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom): Vorbeugen

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