Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom): Verlauf

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Mai 2016)

Bösartige Tumoren der Scheide wie der Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom) können im Verlauf zu Komplikationen führen. Sie können zum Beispiel in die Nachbarorgane einwachsen. Betroffen sind dann zum Beispiel:

Darüber hinaus breitet sich Scheidenkrebs bevorzugt über die Lymphwege aus und bildet Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Lymphknoten des Beckens. Seltener sind solche Absiedelungen in anderen Organen wie

Wenn sich der Scheidenkrebs im Becken ausdehnt, kann er dabei andere Organe einengen. Drückt das Vaginalkarzinom zum Beispiel die Harnleiter ab, kann der Urin schlecht – im ungünstigsten Falle gar nicht mehr – abfließen. Der Urin staut sich bis zur Niere zurück, was wiederum schwere Nierenschädigungen nach sich ziehen kann.

Prognose

Bei Scheidenkrebs hängt die Prognose davon ab, wie stark sich der Tumor zu Beginn der Behandlung bereits ausgebreitet hat. Wird das Vaginalkarzinom früh erkannt, bevor es in benachbarte Organe eingewachsen ist oder in Lymphknoten gestreut hat, ist sehr oft eine vollständige Heilung möglich.

Da Scheidenkrebs jedoch keine eindeutigen Frühsymptome zeigt, wird die Erkrankung meist erst entdeckt, wenn sie bereits weiter fortgeschritten ist. Zudem neigen Vaginalkarzinome dazu, Rezidive zu bilden, also erneut aufzutreten. Daher ergibt sich bei dieser Erkrankung – wenn man alle Scheidenkrebs-Patientinnen zusammengefasst betrachtet – insgesamt eine relativ schlechte Prognose.

Um einen eventuellen Scheidenkrebs möglichst früh zu diagnostizieren, sollten Sie regelmäßig an den gynäkologischen Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen. Zudem sollten Sie sich bei Beschwerden, die auf ein Vaginalkarzinom oder eine andere Erkrankung der Geschlechtsorgane hindeuten könnten, möglichst schnell von Ihrem Frauenarzt untersuchen lassen.

Nachsorge

Nach erfolgreicher Behandlung eines bösartigen Tumors der Scheide sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen notwendig. Diese finden in den ersten drei Jahren alle drei Monate, in den folgenden zwei Jahren halbjährlich und danach dann jährlich statt.

Was passiert bei der Nachsorgeuntersuchung?

Bei der Nachsorgeuntersuchung befragt der Arzt die Patientin zunächst ausführlich nach eventuellen Beschwerden oder sonstigen Auffälligkeiten. Anchließend folgt eine gynäkologischen Untersuchung. Dabei tastet der Arzt die Scheide ab und untersucht sie mit Hilfe eines Koloskops sowie per Ultraschall. Außerdem entnimmt er mit einem Abstrich Zellen aus der Scheide. Diese lässt er anschließend in einem Labor untersuchen, um festzustellen, ob die Zellen gesund oder bösartig verändert sind.

Treten verdächtige Symptome auf, sollten betroffene Frauen nicht zögern, sondern selbstverständlich auch zwischen den festgesetzten Nachsorgeterminen zum Arzt gehen.


Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst