Scheidenkrebs (Vaginalkarzinom): Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Mai 2016)

Scheidenkrebs ist per Definition ein bösartiger Tumor der Scheide. Mediziner sprechen auch vom Vaginalkarzinom (lat. vagina = Scheide; griech. karkinos = Krebs).

Scheidenkrebs entsteht in 90 von 100 Fällen aus der obersten Zellschicht der Vaginalschleimhaut, dem sogenannten Plattenepithel. Folglich handelt es sich bei diesen Formen von Scheidenkrebs um ein Plattenepithelkarzinom. Die restlichen Scheidenkrebs-Tumoren sind ursprünglich aus anderen Zellarten hervorgegangen. Es handelt sich dann vorwiegend um Adenokarzinome oder ein malignes Melanome (schwarzer Hautkrebs) der Scheide. Im Kindesalter kann ein bösartiger Tumor im Scheidenbereich auch ein sogenanntes Rhabdomyosarkom sein.

Entwickelt sich ein Scheidenkrebs direkt aus Zellen der Scheide, verwenden Mediziner den Begriff primärer Scheidenkrebs.

Generell entstehen viele bösartige Tumoren der Scheide aber auch aus Krebserkrankungen der benachbarten Organe und Gewebe (z.B. Vulva oder der Harnblase). Man spricht dann auch von einem sekundären Vaginalkarzinom. So liegt beispielsweise bei nahezu einem Drittel aller Frauen mit Scheidenkrebs auch ein Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) vor.

Häufigkeit

Bösartige Tumoren der Scheide sind selten. Nur etwa 1 bis 2 von 100 bösartigen Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane sind Vaginalkrebs. Von 100.000 Frauen erkrankt im Schnitt weniger als eine Frau pro Jahr an einem Scheidenkrebs. Betroffen sind vor allem ältere Frauen: Das mittlere Erkrankungsalter liegt zwischen 60 und 65 Jahren. Tritt der Scheidenkrebs bei jüngeren Frauen auf, ist dies meist auf eine Infektion mit humanen Papillom-Viren (HPV) zurückzuführen.


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