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Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis): Ursachen

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (13. Juni 2014)

Eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) kann leicht entstehen, wenn die normale Scheidenflora gestört ist, sodass der Schutzmechanismus der Scheide (Vagina) nicht mehr gewährleistet ist.

Es gibt viele Faktoren, die die Scheidenflora aus der Balance bringen können. Zu den möglichen Ursachen zählen etwa:

  • Antibiotika, die die natürliche bakterielle Besiedlung der Scheide stören,
  • mechanische Einflüsse, so z.B. durch
    • Tampons,
    • Empfängnisverhütung mit einem Scheidendiaphragma oder
    • andere Fremdkörper in der Scheide,
  • übertriebene Hygiene (mit alkalischen Seifen), Scheidenspülungen,
  • ein Östrogenmangel,
  • Menstruationsblut, was dem sauren Scheidenmilieu entgegenwirkt,
  • der alkalische Schleim aus dem Gebärmutterhals sowie
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).

Eine gestörte Scheidenflora oder Scheidenschleimhaut alleine bedeutet aber noch keine entzündete Scheide, sondern bildet nur die Voraussetzung für die Entzündung: Die eigentlichen Auslöser der Kolpitis sind bestimmte Erreger, die nun ein leichtes Spiel haben. Folgende Erreger kommen als Ursachen infrage:

Zu den häufigsten Ursachen der Scheidenentzündung zählt die bakterielle Vaginose. Dabei ist das natürliche bakterielle Gleichgewicht der Scheidenflora aus der Balance geraten. Die Folge: Es siedeln sich Bakterien an, die dort normalerweise nicht vorkommen, so vor allem die Bakterienart Gardnerella vaginalis.

Einige der möglichen Erreger gehören zur normalen Scheidenflora, andere gelangen von außen in die Scheide – meist beim Geschlechtsverkehr. Die Scheidenentzündung ist also eine sexuell übertragbarr Krankheit. Ursachen für die Übertragung der Erreger von einem Menschen zum anderen können aber auch gemeinsam genutzte Bade-, Unterwäsche oder Handtücher oder mangelhafte Hygiene sein.

Scheidenentzündung bei Mädchen

Noch nicht geschlechtsreife Mädchen verfügen (noch) nicht über den Schutzmechanismus, der eine Scheidenentzündung meist verhindern kann: Da ihr Scheidenmilieu aufgrund des natürlicherweise vor der Pubertät noch fehlenden Östrogens nicht sauer ist, können sich Bakterien in der Scheide leicht vermehren und eine Scheidenentzündung auslösen. Meist sind dann auch die äußeren primären Geschlechtsorgane betroffen (sog. Vulvovaginitis). Ärzte bezeichnen die Scheidenentzündung bei Mädchen auch als Vulvovaginitis infantum.

Häufige Ursachen für eine bakterielle Scheidenentzündung bei Kindern sind Schmierinfektionen (z.B. durch Escherichia coli aus dem Analbereich), Harnwegsinfekte oder Fremdkörper.

Scheidenentzündung bei älteren Frauen

Frauen können den Schutzmechanismus auch wieder verlieren, wenn der Körper weniger Hormone bildet – so zum Beispiel in oder nach den Wechseljahren. Dadurch steigt das Risiko für eine Scheidenentzündung. Die durch Östrogenmangel bedingte Kolpitis bei älteren Frauen nennen Mediziner auch atrophische Kolpitis oder Kolpitis senilis. Durch den Mangel an Östrogen kommt es zum Gewebsschwund (Atrophie) an Haut und Schleimhäuten der Scheide, die dadurch dünner und verletzlicher sind. Außerdem können sich die Milchsäurebakterien in der Scheide nicht mehr ausreichend vermehren, sodass sich andere Bakterien (v.a. aus der Darmflora) leichter ausbreiten.

Das Bild zeigt eine ältere Frau, die vor einem Spiegel sitzt.

Frauen in den Wechseljahren können anfälliger für eine Scheidenentzündung sein.






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