Sie befinden sich hier:

Startseite > Krankheiten > Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) > Ursachen

Forum

Gynäkologie

Diskussion und Erfahrungsaustausch im Forum Gynäkologie

Foren-Login

Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren

Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis): Ursachen

Stand: 29. April 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Eine Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) hat ihre Ursachen in einem mangelnden Schutzmechanismus der Scheide (Vagina). Vor einer Entzündung der Scheide sind geschlechtsreife Frauen durch das normale Scheidenmilieu (mit einem mittleren pH-Wert von etwa vier) und durch die intakte Schleimhaut gewöhnlich geschützt. Für dieses Scheidenmilieu sorgen Milchsäurebakterien (bzw. Laktobakterien), die zur natürlichen Besiedlung der Scheide (sog. Scheidenflora) gehören. Der durch sie gewährleistete Schutzmechanismus funktioniert selbst dann, wenn – wie beim Geschlechtsverkehr – in großem Ausmaß Erreger in die Scheide gelangen und diese stark mechanisch gereizt ist.

Für die Störung des Schutzmechanismus der Scheide und eine dadurch verursachte Scheidenentzündung kommen viele Auslöser infrage. Zu den möglichen Ursachen für einen unzureichenden Schutzmechanismus gehören:

Eine gestörte Scheidenflora oder Scheidenschleimhaut alleine bedeutet aber noch keine entzündete Scheide, sondern bildet nur die Voraussetzung für die Entzündung: Die eigentlichen Auslöser der Kolpitis sind bestimmte Erreger, die nun (wegen der bestehenden Störung) ein leichtes Spiel haben. Für eine Scheidenentzündung kommen folgende Erreger als Ursachen infrage:

Einige dieser möglichen Kolpitis-Erreger gehören zur normalen Scheidenflora, andere gelangen von außen in die Scheide. Meistens geschieht diese Einschleppung beim Geschlechtsverkehr – die Scheidenentzündung ist also sexuell übertragbar. Ursachen für die Übertragung der Erreger von einem Menschen zum anderen können aber auch gemeinsam genutzte Bade-, Unterwäsche oder Handtücher oder insgesamt nur mangelhafte Hygiene sein.

Noch nicht geschlechtsreife Mädchen verfügen (noch) nicht über den Schutzmechanismus, der eine Scheidenentzündung meist verhindern kann: Da ihr Scheidenmilieu aufgrund des vor der Pubertät herrschenden Östrogenmangels nicht sauer ist, können sich Bakterien in der Scheide leicht vermehren und eine Scheidenentzündung auslösen. Häufige Ursachen für eine bakterielle Scheidenentzündung bei Kindern sind Schmierinfektionen (z.B. durch Escherichia coli aus dem Analbereich) oder Fremdkörper. Bei unklarer Kolpitis-Ursache ist es wichtig, auch an sexuellen Missbrauch zu denken.

Frauen können ihren bestehender Schutzmechanismus durch zurückgehende Hormonbildung (v.a. im Rahmen der Wechseljahre) auch wieder verlieren und so erneut ein höheres Risiko für eine Scheidenentzündung haben: Ihre Ursachen hat eine solche sogenannte atrophische Kolpitis (bzw. Kolpitis senilis) in einem durch den Östrogenmangel bedingten Gewebsschwund (Atrophie) an Haut und Schleimhäuten der Scheide, die dadurch dünner und verletzlicher sind. Außerdem können sich die Milchsäurebakterien in der Scheide nicht mehr ausreichend vermehren, sodass sich andere Bakterien (v.a. aus der Darmflora) leichter ausbreiten.

Weiterlesen: Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis): Symptome

Das könnte Sie auch interessieren

Krankheitsgebiete

Krankheitsgebiete

Von A wie Allergien bis Z wie Zahnerkrankungen – hier finden Sie alle Krankheiten nach Krankheitsgebieten sortiert. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

PartnerangeboteAnzeige

Disclaimer:

© 2013 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.