Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis): Therapie

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. März 2016)

Bei einer Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis) hängt die Therapie davon ab, welcher Erreger für die Erkrankung verantwortlich ist.

Wirksame Mittel gegen eine bakterielle Scheidenentzündung sind Antibiotika, beispielsweise mit Wirkstoffen wie Metronidazol oder Clindamycin; gegen eine Pilzinfektion helfen Antimykotika. Alternativ stehen zur lokalen Kolpitis-Therapie Antiseptika zur Verfügung, die sowohl Bakterien und Pilze als auch mikroskopisch kleine einzellige Lebewesen (Protozoen) – zum Beispiel Trichomonaden – abtöten.

Je nachdem, welche Erreger Ihre Scheidenentzündung verursacht hat, erhalten Sie zur Behandlung Medikamente, die man örtlich in der Scheide anwendet – zum Beispiel in Form spezieller Scheidenzäpfchen oder Cremes – oder Medikamente in Form von Tabletten oder Spritzen. Da die Erreger sexuell übertragbar sind, kann es sinnvoll sein, dass sich auch Ihr Partner behandeln lässt.

Darüber hinaus wird der Arzt versuchen, Einflüsse, die die Schutzfunktion der Scheidenschleimhaut stören könnten, möglichst zu beseitigen – etwa einen Östrogenmangel. Hat eine übertriebene Hygiene dem Scheidenmilieu geschadet, kann es hilfreich sein, zum Beispiel auf Scheidenspülungen zu verzichten.

Das Bild zeigt eine Frau im Bett. © Jupiterimages/Wavebreak Media

Die Behandlung einer Scheidenentzündung hängt davon ab, wodurch die Entzündung hervorgerufen wurde.

Nach der Bekämpfung der Erreger ist eine Behandlung wichtig, die das normale Scheidenmilieu wiederherstellt und dafür sorgt, dass die Schleimhaut intakt ist.

Die entsprechenden Mittel enthalten Laktobakterien beziehungsweise Östrogene und werden direkt in die Scheide eingebracht.

Ergänzend können Sie zur Behandlung Ihrer Scheidenentzündung auch ein Hausmittel anwenden: Wenn Sie wiederholt einen mit Joghurt getränkten Tampon in die Scheide einführen, kann sich das Scheidenmilieu unter Umständen verbessern beziehungsweise die Beschwerden können gelindert werden.

Während der Therapie ist es ratsam, dass Sie auf Geschlechtsverkehr verzichten. Solange die Scheidenentzündung durch die Behandlung noch nicht ganz verschwunden ist, verwenden Sie besser auch keine Tampons oder Scheidenspülungen.

Gegen die eher seltene Scheidenentzündung bei Mädchen kommt eine örtliche Behandlung mit Kaliumpermanganat-Bädern zum Einsatz. Bei einer hartnäckigen Kolpitis sind zur Therapie Antibiotika beziehungsweise östriolhaltige Salben ratsam.


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