Scheidenentzündung (Kolpitis, Vaginitis): Definition

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. März 2016)

Eine Scheidenentzündung nennen Mediziner auch Kolpitis oder Vaginitis. Die Bezeichnung Kolpitis leitet sich vom griechischen Wort Kolpium für Scheide ab, die Bezeichnung Vaginitis vom lateinischen Wort Vagina, was ebenfalls Scheide bedeutet. Die Endung itis weist darauf hin, dass es sich um eine Entzündung handelt.

Der Scheideneingang ist durch die Schamhaare sowie durch die kleinen und großen Schamlippen vor äußeren Einflüssen weitgehend geschützt. Zudem wehrt die Scheidenschleimhaut geschlechtsreifer Frauen Krankheitserreger ab: Die Scheide ist normalerweise von verschiedenen Arten von Milchsäurebakterien (Laktobakterien) besiedelt. Dies führt zu einem relativ niedrigen pH-Wert in der Scheide. Dieser pH-Wert schützt sowohl die Scheide als auch die höher gelegenen Geschlechtsorgane optimal vor Infektionen wie der Scheidenentzündung. Die überwiegende Mehrzahl von Krankheitserregern kann eine intakte Schleimhaut nicht durchdringen. Die Scheidenschleimhaut bildet außerdem einen wirksamen Schutz vor mechanischen Reizen, wie sie beispielsweise beim Geschlechtsverkehr entstehen.

Wachstum und Regeneration der Scheidenschleimhaut sind vom Hormon Östrogen abhängig. Da dieses bei Mädchen vor der Pubertät noch nicht ausreichend gebildet wird, fällt die Schutzfunktion, die das Scheidenmilieu bei erwachsenen Frauen bietet, weg: Das Scheidenmilieu eines Mädchens ist aufgrund des Östrogenmangels nicht sauer, sodass sich Bakterien leicht vermehren können und die Scheide schneller entzündet ist. Das Gleiche gilt für Frauen während oder nach den Wechseljahren. Sie bilden ebenfalls weniger Östrogen als geschlechtsreife Frauen.

Mediziner unterscheiden verschiedene Formen der Vaginitis.

  • Die primäre Vaginitis entsteht, wenn viele Keime von außen eindringen und die zuvor intakte Schutzfunktion der Scheide schädigen.
  • Die sekundäre Vaginitis entsteht, wenn das Scheidenmilieu bereits gestört ist und sich auf dieser Basis eine Infektion bildet. Zur sekundären Vaginitis zählen auch Entzündungen, die durch einen Östrogenmangel hervorgerufen werden und insbesondere bei älteren Frauen und Mädchen vor der Pubertät vorkommen.
Eine Gruppe junger Frauen. © Jupiterimages/Zoonar

Fast jede Frau erkrankt irgendwann im Leben einmal an einer Scheidenentzündung.

Häufigkeit

Eine Scheidenentzündung zählt zu den häufigsten Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane: Fast jede Frau hat einmal im Leben eine entzündete Scheide.


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