SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom): Was ist das?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (05. Januar 2016)

Beim sogenannten schweren akuten respiratorischen Syndrom (SARS) handelt es sich um eine meldepflichtige Infektionskrankheit, die zu grippeähnlichen Symptomen führt. Die Beschwerden und der Verlauf von SARS ähneln bestimmten Formen der Lungenentzündung, sogenannten atypischen Pneumonien. Erreger von SARS ist das SARS-Coronavirus.

Historisches

Im November 2002 wurde in der südchinesischen Provinz Guangdong erstmalig eine akute Atemwegserkrankung unklarer Ursache festgestellt. Im benachbarten Hongkong traten im Februar 2003 die ersten Fälle auf. Vermutlich gelangte das Virus von dort aus nach Vietnam. Es breitete sich schnell unter Angehörigen der Infizierten und dem Pflegepersonal in Krankenhäusern aus.

Mitte März 2003 wurde in Frankfurt/Main ein Arzt mit seiner Frau und seiner Schwiegermutter auf einem Flug von New York nach Singapur in Quarantäne genommen. Der Arzt hatte auf dem Flug Symptome bei sich festgestellt, die denen eines von ihm in Singapur behandelten Patienten stark ähnelten. Der Verdacht lautete: "schweres akutes respiratorisches Syndrom". Man vermutete bereits zu einem frühen Zeitpunkt ein Virus als Auslöser der Erkrankung, wusste aber zunächst nicht, um welches Virus es sich handeln könnte.

Dr. Carlo Urbani, der Entdecker der neuartigen Lungenerkrankung, verstarb in Thailand selbst an den Folgen der Infektion. Urbani entdeckte den unbekannten Erreger und machte weltweit auf SARS aufmerksam. Am 24. März 2003 identifizierten zeitgleich drei Arbeitsgruppen den Erreger dieser Erkrankung – ein Coronavirus. An der Identifizierung waren die "Centers for Disease Control und Prevention" in Atlanta (USA), das Team des Virologen Malik Peiris von der Universität in Hongkong sowie der Virologe Christian Drosten vom Hamburger "Bernhard Nocht-Institut für Tropenmedizin" beteiligt.

Seit etwa Ende Juni 2003 hatte die Neuerkrankungsrate bereits so stark abgenommen, dass von einem Ende der SARS-Epidemie gesprochen werden konnte.

Häufigkeit

Die Häufigkeit von SARS richtet sich nach dem Verlauf der Epidemie. Betrachtet man den gesamten Verlauf von den ersten Erkrankungsfällen des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) vom 1. November 2002 bis zum 7. August 2003 (Ende der Epidemie etwa Mitte Juni 2003) waren 8.096 Menschen in insgesamt 29 Ländern erkrankt, wovon 774 in der Folge starben. Am stärksten betroffen waren China mit 5.327 Erkrankten und 349 Verstorbenen, Hongkong mit 1.755 Erkrankten und 299 Verstorbenen sowie Taiwan mit 346 Erkrankten und 37 Verstorbenen. In den meisten Fällen handelte es sich bei den Erkrankten um Erwachsene, Kinder waren nur selten betroffen. Die Sterblichkeitsrate betrug knapp zehn Prozent.


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