Sarkoidose: Therapie

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Mai 2015)

Bei einer Sarkoidose (bzw. Morbus Boeck) ist eine Therapie nicht immer erforderlich: Vor allem die akute Form der Sarkoidose heilt in vielen Fällen ohne eine Behandlung durch Medikamente spontan ab. Wenn Sie eine leichte Sarkoidose mit günstiger Prognose haben, können Sie und Ihr Arzt daher – bei regelmäßigen Kontrolluntersuchungen – zunächst mit der Behandlung abwarten.

Gegen Sarkoidose-Schübe mit akuten Beschwerden und bei der als Löfgren-Syndrom bezeichneten Sonderform kommen zur Therapie fiebersenkende, entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente zum Einsatz, wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen.

Bei einer Sarkoidose mit Lungenbeteiligung (ab dem 2. Stadium) oder einem Befall von Augen, Leber, Haut, Herz oder Nerven können Kortisonpräparate helfen. Die Therapie mit Kortison erfolgt überwiegend in Form von Tabletten.

Bei einer Sarkoidose der Augen oder der Haut (kutane Sarkoidose) ist auch eine örtliche Behandlung möglich: Das heißt, Sie können das Kortison direkt an der betroffenen Stelle (z.B. als Augentropfen oder als Salbe) anwenden. Wenn die Lunge am Morbus Boeck beteiligt ist, können Sie nach anfänglicher Tabletteneinnahme unter Umständen zu einem Inhalationsspray wechseln.

Verläuft die Sarkoidose besonders langwierig oder wirkt die Therapie durch Kortikosteroide bei Ihnen nur unzureichend, kann der Arzt Ihnen zusätzlich Medikamente mit einer abwehrunterdrückenden Wirkung (sog. Immunsuppressiva) verabreichen, wie zum Beispiel Azathioprin oder Methotrexat. Gelegentlich kommt auch der Wirkstoff Chloroquin zum Einsatz, der usprünglich der Behandlung der Malaria dient.

Die medikamentöse Sarkoidose-Therapie dauert etwa vier Wochen, danach verringert sich die Dosierung allmählich. Frühestens nach einem halben Jahr können Sie die Medikamente dann – unter Absprache mit Ihrem Arzt – komplett absetzen. Während der Behandlung der Sarkoidose ist es ratsam, die betroffenen Organe wiederholt untersuchen und auf ihre Funktionsfähigkeit prüfen zu lassen.

Hat sich die Lunge im Endstadium der Erkrankung bindegewebig umgebaut (Lungenfibrose), bleibt als letzte Therapiemöglichkeit eine Lungentransplantation.


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