Sarkoidose: Diagnose

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Mai 2015)

Bei einer Sarkoidose (auch Morbus Boeck genannt) ist es wegen der vielfältigen Symptome nicht ganz einfach, auf Anhieb die richtige Diagnose zu stellen. Für die Sarkoidose-Diagnostik sind unter anderem bildgebende Verfahren, Laboruntersuchungen, Funktionstests sowie die feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben (Biopsien) notwendig.

Da meistens die Lunge von den Sarkoidose-typischen Knötchen befallen ist, erfolgt zur Diagnose in jedem Fall eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs. Das Ausmaß, in dem die Sarkoidose die Lungenflügel befällt, kann verschiedene Stadien erreichen. Der Röntgenbefund zeigt, welches Stadium der Lungenbeteiligung vorliegt:

  • Stadium 0: Organbefall außerhalb des Brustkorbs, keine Lungenbeteiligung
  • Stadium I: Schwellung der Lymphknoten zwischen den beiden Lungenflügeln, aber unauffällige Struktur des Lungengewebes
  • Stadium II: Zusätzlich zur Schwellung der Lymphknoten im Brustkorb sind fleckige Veränderungen in der Lunge sichtbar
  • Stadium III: Veränderungen des Lungengewebes ohne Schwellung der Lymphknoten
  • Stadium IV: Lungenfibrose (krankhafter bindegewebiger Umbau des Lungengewebes) mit eingeschränkter Lungenfunktion

Ist die Sarkoidose nachweislich mit einem Lungenbefall verbunden, überprüft der Arzt auch die Lungenfunktion (sog. Lungenfunktionstest). Um die Diagnose zu bestätigen, kann darüber hinaus eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) oder eine Spiegelung des Raums zwischen den beiden Lungenflügeln (Mediastinoskopie) hilfreich sein. Eine Lungenspiegelung ist meist mit einer Spülung der Bronchien mit Kochsalzlösung (bronchoalveoläre Lavage, BAL) verbunden. Die Spülflüssigkeit kann der Arzt anschließend gezielt auf bestimmte Untergruppen der als T-Lymphozyten bezeichneten weißen Blutkörperchen überprüfen.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die bei einer Lungenspiegelung oder Mediastinoskopie gewonnenen Gewebeproben feingeweblich (histopathologisch) zu untersuchen.

Eine Blutuntersuchung ergibt bei Menschen mit Sarkoidose erhöhte Werte eines bestimmten Enzyms (ACE = engl. Angiotensin Converting Enzyme). Außerdem ist bei Morbus Boeck in Phasen gesteigerter Krankheitsaktivität die Senkungsgeschwindigkeit der Blutkörperchen (BKS, BSG oder Blutsenkung) erhöht – dieser Wert ist eine allgemeiner Hinweis auf eine Entzündungsreaktion im Körper. Bei einigen Betroffenen sind die Kalziumwerte im Blut erhöht (Hyperkalzämie).

Darüber hinaus kann eine hochauflösende Computertomographie (HR-CT) des Brustkorbs zur Sarkoidose-Diagnose beitragen, indem sie die Röntgenaufnahme um detaillierte Schnittbild-Aufnahmen ergänzt. Die HR-CT ermöglicht es, Veränderungen der Lymphknoten erkennen und so andere Erkrankungen der Lunge auszuschließen.

Um einen Befall anderer Organe durch Sarkoidose beurteilen zu können, sind zum Teil weitere Untersuchungen notwendig, wie zum Beispiel:


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