Sarkoidose: Definition

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (04. Mai 2015)

Der Begriff Sarkoidose (bzw. Morbus Boeck) bezeichnet eine seltene entzündliche Krankheit mit Ansammlungen kleiner Knötchen (Granulome) – daher nennt man diese Art der Erkrankung auch Granulomatose.

Die Sarkoidose befällt hauptsächlich Lunge und Lymphknoten, kann aber praktisch jedes Organ betreffen. Daher bezeichnen Mediziner sie auch als systemische Erkrankung. Die Sarkoidose tritt sowohl in akuter als auch in chronischer Form auf und ist nicht ansteckend.

Die für Sarkoidose kennzeichnenden knötchenartigen Neubildungen sind die Folge einer Fehlregulation des Immunsystems. Sie bestehen aus Granulationsgewebe, einer körnigen Form von Bindegewebe, die sich normalerweise bei der Wundheilung entwickelt. Ähnliche Knötchen treten auch bei anderen Erkrankungen (z.B. Tuberkulose) auf, unter dem Mikroskop lassen sich allerdings bestimmte feingewebliche Unterschiede ausmachen.

Häufigkeit

Die Sarkoidose (Morbus Boeck) tritt mit am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Insgesamt leiden etwa 20 bis 40 von 100.000 Menschen an einer Sarkoidose. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. In manchen Bevölkerungsgruppen (z.B. bei US-Amerikanern schwarzafrikanischer Abstammung) und Ländern (z.B. in Schweden oder Island) ist die Sarkoidose deutlich weiter verbreitet. Als mögliche Ursache für dieses gehäufte Auftreten kommen neben erblich bedingten Faktoren auch Umweltfaktoren infrage. Die Sarkoidose kommt ebenfalls häufiger bei Krankenpflegepersonal vor, die Ursache hierfür ist unbekannt. 


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