Anzeige

Anzeige

Salmonellen, Salmonellose: Ursachen

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (12. Dezember 2016)

Erreger

Salmonellen können beim Menschen als Krankheitserreger wirken und eine Salmonellose auslösen. Ursachen für die Salmonelleninfektion sind meist Lebensmittel, die mit dem Erreger verunreinigt sind.

Salmonellen können sich sowohl mit Sauerstoff (aerob) als auch ohne Sauerstoff (anaerob) vermehren. Da der saure Magensaft die Bakterien abtötet, sind für die Entstehung einer Salmonellose allerdings in der Regel sehr viele Erreger erforderlich (bei Erwachsenen 100.000 bis 10.000.000 Stück).

Wenn nur wenig Magensäure vorhanden ist oder die Körperabwehr geschwächt ist (wie bei älteren Menschen oder Kleinkindern), können jedoch auch weit weniger Erreger (weniger als 100 Salmonellen) ausreichen, um zu einer Salmonelleninfektion zu führen.

Die aus dem Magen in den Darm gelangten Salmonellen infizieren den Dünndarm und den oberen Dickdarm (Mediziner sprechen daher von der Salmonellenenteritis: griech. Enteritis = Darmentzündung). Die Erreger dringen in die Zellen der Darmschleimhaut ein und verursachen dort Schäden, indem sie Giftstoffe (Toxine) freisetzen. Daher bezeichnet man die Salmonellose auch als Darmtoxikoinfektion.

Salmonellen kommen vor allem in Tieren vor, die davon allerdings selten krank werden. Da die infizierten Tiere jedoch für den Menschen ansteckend sein können, gehört die Salmonellose zu den sogenannten Zoonosen (= zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheiten).

Anzeige

Inkubationszeit

Bei der auf den Darm beschränkten Infektion mit Salmonellen ist die Inkubationszeit (d.h. die Zeit zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Salmonellose) – anders als beim ebenfalls durch Salmonellen verursachten Typhus – sehr kurz: Die Inkubationszeit ist abhängig von der Anzahl in den Körper gelangter Keime und beträgt meist wenige Stunden bis anderthalb Tage, höchstens jedoch drei Tage.

Ansteckung

Salmonellen sind sehr ansteckend. Meist ist Salmonellose die Folge einer Ansteckung über tierische Lebensmittel, die mit den Bakterien kontaminiert sind (sog. Salmonellenvergiftung). Es kann aber auch auf anderen Wegen zur Salmonelleninfektion kommen. Jedoch gelangen die Keime dabei immer über den Mund in den menschlichen Körper:

  • Lebensmittelvergiftung: Die Salmonellose tritt am häufigsten als Salmonellenvergiftung auf, wofür mangelnde Hygiene oder falsche Zubereitung (nicht ausreichende Erhitzung) verantwortlich ist. Vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln wie Eiern, Fleisch und Milch vermehren sich Salmonellen bei schlechten hygienischen Bedingungen ausgezeichnet. Die Bakterien sind mehrere Monate überlebensfähig und lassen sich nicht durch Einfrieren abtöten. Auch Lebensmittel, die ursprünglich keine Salmonellen enthielten (z.B. Gemüse), können zu einer Salmonelleninfektion führen, wenn sie mit infizierten Menschen, verunreinigten Oberflächen oder verunreinigten anderen Lebensmitteln in Kontakt kommen.
  • Übertragung von Mensch zu Mensch: Menschen können sich untereinander zum Beispiel bei einem Aufenthalt im Krankenhaus mit Salmonellen anstecken. Ursache kann dortige mangelnde Hygiene oder ein geschwächtes Immunsystem sein. Doch auch im normalen Alltagsleben sind Salmonellen von Mensch zu Mensch übertragbar. Ansteckungsgefahr besteht, solange ein infizierter Mensch die Keime mit dem Stuhl ausscheidet.
  • Kontakt mit Tieren: Zudem kann ein direkter oder indirekter Kontakt mit Tieren, die Salmonellen ausscheiden, zur Ansteckung mit Salmonellose führen (v.a. wenn es sich um Haustiere handelt). Diese Form der Übertragung ist aber im Vergleich zur Salmonellenvergiftung eher selten. Besonders Säuglinge und Kleinkinder können sich jedoch durch Kontakt mit infizierten Tieren schnell eine Salmonelleninfektion einfangen.
© iStock

Vorsicht, Ansteckungsrisiko: Reptilien (wie Schildkröten, Schlangen oder dieser Leopardgecko) werden als Haustiere immer beliebter. Aber kaum jemand weiß, dass bis zu 90 Prozent der Reptilien mit Salmonellen infiziert sind.

Salmonellen und Reptilien
Exotische Reptilien (wie Schildkröten, Schlangen, Agamen, Geckos, Skinke, Leguane, Chamäleons usw.) sind als Haustiere immer beliebter. Viele Halter wissen jedoch nicht, dass bis zu 90 Prozent der Reptilien mit Salmonellen infiziert sind, ohne selbst Anzeichen einer Erkrankung zu zeigen. Die Bakterien finden sich nicht nur in den Ausscheidungen der Tiere, sondern auch auf der Haut, im Rachen oder an der Kloake.
Ohne konsequente hygienische Verhaltensregeln bei der Tierhaltung können sich gerade Babys und Kleinkinder, die im selben Haushalt leben, schnell anstecken: Entsprechend sind bei Kindern unter zwei Jahren, die an Salmonellose erkranken, immer öfter seltenere Salmonellenvarianten nachweisbar, die erfahrungsgemäß bei Reptilien vorkommen. Aber auch Schwangere, ältere Menschen und Personen mit geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Infesktionsrisiko.

Anzeige

Wie steht es um Ihre Gesundheit?



Apotheken-Notdienst

Anzeige