Salmonellen, Salmonellose: Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (12. Dezember 2016)

Der Begriff Salmonellen bezeichnet verschiedene Bakterien, die als Krankheitserreger beim Menschen eine Salmonellose auslösen können: Das ist eine ansteckende Durchfallerkrankung, die auf den Darmtrakt beschränkt ist (daher auch Salmonellenenteritis genannt: griech. Enteritis = Darmentzündung).

Meist tritt die Salmonellose nach dem Verzehr von mit Salmonellen befallenen Nahrungsmitteln auf (sog. Salmonellenvergiftung).

Die Salmonellen bilden eine große Bakteriengattung namens Salmonella mit zwei Arten, von denen etwa 2.500 Variationen bekannt sind. Davon können über 500 den Menschen krank machen. Da auch Tiere eine Salmonelleninfektion haben und den Menschen anstecken können, zählt die Salmonellose zu den sogenannten Zoonosen (= zwischen Tier und Mensch übertragbare Krankheiten).

Neben der auf den Darmtrakt beschränkten Salmonelleninfektion verursachen Salmonellen beim Menschen außerdem die schweren Allgemeininfektionen Typhus und Paratyphus. Im weiteren Sinn handelt es sich demnach auch bei diesen beiden Krankheiten um sogenannte Salmonellosen. Wenn von einer Salmonellose die Rede ist, ist jedoch in der Regel nur die auf den Darm beschränkte Krankheit gemeint, also die Salmonellenenteritis.

Für alle durch Salmonellen ausgelösten Erkrankungen besteht eine Meldepflicht – das heißt: Nicht nur die als reine Darmentzündung verlaufende Salmonellose ist meldepflichtig, sondern auch Typhus und Paratyphus.

Häufigkeit

Salmonellen sind weltweit verbreitet. Die Salmonellose zählt in Deutschland zu den häufigsten lebensmittelbedingten Durchfallerkrankungen, wobei meist Kleinkinder betroffen sind. Vor allem in den warmen Sommermonaten führt die Salmonelleninfektion gehäuft zu Magen-Darm-Entzündungen mit Brechdurchfall.

Seit einigen Jahren ist die Anzahl der Salmonellose-Fälle allerdings rückläufig. Im Jahr 2014 infizierten sich nachweislich 16.222 Menschen mit Salmonellen – weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2015 sank die Zahl weiter auf 13.823. Für größere Ausbrüche durch Salmonellenvergiftung waren in erster Linie Fleisch- und Wurstwaren verantwortlich, aber auch pflanzliche Lebensmittel (v.a. Sprossen).

Rechtliches

Durch Salmonellen verursachte Erkrankungen gehören zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Die Betroffenen selbst oder ihre Angehörigen müssen die Salmonellose dem Gesundheitsamt aber nicht melden – darum kümmern sich die behandelnden Ärzte oder das untersuchende Labor.

Die Meldepflicht dient dem Vorbeugen und Bekämpfen der Salmonelleninfektion. Sie gilt für den Krankheitsverdacht, die Erkrankung selbst, den Tod durch Salmonellose sowie für gesunde Dauerausscheider, also Personen, die noch längere Zeit nach überstandener Infektion Salmonellen ausscheiden. Betroffene unterliegen der regelmäßigen Überwachung durch die Gesundheitsbehörden und dürfen nicht in der Lebensmittelindustrie arbeiten.

Zudem ist die Salmonellose bei Tieren nach dem Tierseuchengesetz aufgrund der Salmonellen-Verordnung melde- beziehungsweise anzeigepflichtig.


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