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Rückenschmerzen

Fehlhaltung und Fehlbelastung

Stand: 31. August 2009Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Fehlhaltung und Fehlbelastung der Wirbelsäule können ebenfalls zu Rückenschmerzen führen. Unbewusst neigen Betroffene dazu, die auftretenden Schmerzen zu kompensieren, in dem sie versuchen, die Fehlhaltung dadurch auszugleichen, dass sie bestimmte Muskeln anspannen. Dies verursacht weitere Fehlhaltungen, die zu erneuten Rückenschmerzen führen. Ein klassischer Teufelskreis ist eröffnet. Ein Bandscheibenvorfall kann die Folge sein.

Die Rückenschmerzen werden dabei zunächst vom hinteren Längsband der Wirbelsäule verursacht, welches sich über die Rückseite der Wirbelkörper entlang der Körperachse spannt. Eine hervorquellende Bandscheibe, deren Hülle (Faserring) zu diesem Zeitpunkt noch intakt ist, verlagert möglicherweise das Längsband (sog. Protrusion).

Tritt die Bandscheibe durch den gerissenen Faserring nach hinten aus, kann sie dadurch eine Nervenwurzel reizen. Dies verursacht innerhalb des Nervengewebes komplexe Veränderungen. Dazu gehören Durchblutungsstörungen, chronische Entzündungen, Nervenschwellungen sowie die Ausschüttung bestimmter Eiweiße, die beim Aufbau der Rückenschmerzen eine Rolle als Boten spielen.

Psychosomatische Ursachen

Der Begriff psychosomatisch umfasst die Wörter psyche (Seele) und soma (Körper). Psychosomatische Erkrankungen sind Ausdruck seelischer Befindlichkeiten, Probleme oder Krankheiten, die sich in körperlichen Beschwerden zeigen. Dasselbe gilt auch andersherum: Körperliche Beschwerden können ihrerseits psychische Probleme verursachen.

Ein Teil des Nervensystems bildet eine Brücke zwischen Psyche und Körper. Angst- oder Stresssituationen erhöhen zum Beispiel den Herzschlag und steigern die Durchblutung. Dauert die Stressüberbelastung zu lange an, können psychosomatische Störungen auftreten. Äußern sich diese in dauerhaften Schmerzen, so wird wiederum eine Stresssituation geschaffen und ein Teufelskreislauf entsteht.

Menschen, die Gefühle wie Aggression, Wut oder Trauer ausleben sind sieben Mal weniger gefährdet, Rückenschmerzen zu bekommen.

Rückenschmerzen mit psychosomatischen Ursachen treten vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule auf. Während Schmerzen für den Körper Stress bedeuten, löst umgekehrt Stress bei Rückenschmerzpatienten wiederum (Dauer-)Schmerzen aus. Bandscheibenoperationen sind in diesen Fällen nicht immer das geeignete Mittel, um Schmerzen im Rücken zu beseitigen.

Weiterlesen: Rückenschmerzen: Symptome

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